Jamahl Mosley hat bei den New Orleans Pelicans ein klares Ziel: Zion Williamson endlich das zeigen lassen, wozu er fähig ist. Bei seiner Vorstellungspressekonferenz als neuer Coach der Pelicans sagte Mosley, dass Williamson sein volles Potenzial noch gar nicht ausgeschöpft hat. "Er hat noch nicht mal die Oberfläche angekratzt von allem, was er tun kann", erklärte Mosley den Reportern. "Ich glaube das wirklich. Und ich denke, wenn wir den Court mehr für ihn öffnen, ihn unterschiedliche Positionen spielen lassen, weil er ein hervorragender Basketballspieler mit großem Basketballverstand ist - beim Spiel machen, bei der Unterstützung von Mitspielern, beim richtigen Timing für Pässe - dann können wir das Beste aus ihm herausholen."
Williamson erzielte in der vergangenen Saison durchschnittlich 21 Punkte bei 60 Prozent Feldquotenquote in 62 Spielen, dazu kamen 5,7 Rebounds. Doch die Verletzungsproblematik ist das zentrale Thema in seiner Karriere. Der erste Pick von 2019 hat in sieben Spielzeiten drei Mal 30 oder weniger Spiele absolviert und verpasste die komplette Saison 2021-22 wegen Verletzungen. Mosley will Williamson gezielt in Szene setzen: "Wir müssen den Court mehr öffnen, damit er zum Korb fahren kann, ihm Platz geben, und sicherstellen, dass er konsistent an der Freiwurflinie lebt. Das alles, während wir gleichzeitig aufpassen, dass er verletzungsfrei bleibt."
Der neue Coach kommt von den Orlando Magic, wo er drei aufeinanderfolgende Playoff-Erscheinungen erreichte, aber nie über die erste Runde hinaus kam. Orlando trennte sich von ihm nach einer Erstrunden-Niederlage gegen Detroit in sieben Spielen. Bei den Pelicans wartet eine deutlich schwierigere Aufgabe: Das Team gewann in den letzten zwei Saisons nur 26 und 21 Spiele. Mosley wird auch mit jungen Spielern wie Trey Murphy III, Jeremiah Fears und Derik Queen arbeiten müssen. Hinzu kommen etablierte Kräfte wie Dejounte Murray, Saddiq Bey und Herb Jones.
Mosleys Ruf ruht auf seiner defensiven Arbeit. Die Pelicans sollen "unapologetically physical" spielen, wie er es ausdrückte. Joe Dumars, Executive Vice President of Basketball Operations der Pelicans, betonte die intensive Zusammenarbeit: "Wir haben Stunden und Stunden mit Jamal geredet. Er ist die Person, die sich am meisten mit unserer Vision und unserem Ansatz deckt." Teambesitzerin Gayle Benson habe zudem die nötigen Ressourcen zur Verfügung gestellt, um einen Coach dieser Qualität zu engagieren.
Mosley betont, dass es nicht um schnelle Lösungen geht: "Es geht darum, Schritte nicht zu überspringen. Es braucht tägliche Routinen und Gewohnheiten, um das nächste Level zu erreichen. Egal, ob wir gerade am Anfang eines Rebuilds oder auf der Zielgeraden sind - wir werden jeden Tag so arbeiten, als würden wir die besten Spieler entwickeln, die wir möglich machen können."
Ballports-Take: Für DACH-Fans, die den Pelicans folgen, ist Mosley eine interessante Ernennung. Ein Coach, der Defense predigt und klare Strukturen liebt, könnte genau das sein, was eine chaotisch wirkende Franchise braucht. Entscheidend wird aber sein, ob Williamson tatsächlich gesund bleibt - alle taktischen Ideen nützen nichts, wenn der Star nicht auf dem Platz steht. Mosley hat die Aufgabe angenommen und klingt selbstbewusst, aber Orlando zeigt auch: Erste Runden erreichen ist das eine, eine echte Kraft zu werden das andere.