Die Charlotte Hornets haben ihren Star-Point-Guard LaMelo Ball zu den Minnesota Timberwolves getradet. Im Gegenzug erhalten die Hornets Naz Reid, den früheren Sixth Man of the Year, plus mehrere Draft-Picks. Ein Trade, der die Fantasy-Landschaft der NBA deutlich verschiebt und vor allem Anthony Edwards entlasten soll.
Die Timberwolves stehen seit Jahren vor einem Problem: Sie gewinnen Playoff-Serien, erreichen sogar Conference Finals, scheitern aber immer wieder auf dem Weg zu den NBA Finals. Anthony Edwards ist zum MVP-Kandidaten gereift, doch der Mannschaft fehlte ein zweiter Ballhandler, um ihn zu entlasten und den Rest des Teams in bessere Positionen zu bringen. Ein Elite-Point-Guard war lange Zeit die fehlende Komponente. Mit LaMelo Ball soll sich das ändern.
Ball ist ein Scoring Point Guard mit extrem hoher Ballausnutzung. Er schießt viel, vor allem von draußen, aber er ist gleichzeitig ein Elite-Spielmacher, der seine Mitspieler in Scoring-Position bringt. Das sollte Edwards direkt zugute kommen. Seasons hindurch hat er Double-Teams kassiert, weil die Hornets sonst kaum eine zweite Scoring-Option hatten. Mit Ball an seiner Seite sollte er bessere Wurf-Gelegenheiten bekommen. Seine Wurf-Effizienz dürfte steigen, und mehr Drei-Punkte-Chancen könnten hinzukommen, selbst wenn Ball etwas von seinem Schussvolumen kostet.
Ball hat in Charlotte bewiesen, dass er funktioniert, wenn mehrere Scorer neben ihm spielen. Brandon Miller, Kon Knueppel und Coby White alle über 20 Punkte pro Spiel, und Ball schaffte es trotzdem, ihre Chancen zu maximieren. Sein Volumen wird nicht sinken. Ein anderer Profiteur ist Jaden McDaniels, der gerade seine beste Saison spielte und jetzt von Small Forward zu mehr Power Forward verschoben wird. Ball versteht es, Two-Man-Ball mit seinen Frontcourt-Partnern zu spielen, das hat er mit Miles Bridges in Charlotte gezeigt. McDaniels, ähnlich athletisch wie Bridges, sollte nun mehr Chancen sowohl am Korb als auch von draußen bekommen.
Die Fantasy-Projektion nach dem Trade: Anthony Edwards rückt in die Top 10, LaMelo Ball in die Top 25, Jaden McDaniels in die Top 75.
In Charlotte ist die Situation umgekehrt. Naz Reid ist zwar ein solider Spieler und war jahrelang die Sixth-Man-Lösung der Timberwolves, aber für die Hornets ändert sich damit nicht viel. Er konkurriert mit Moussa Diabate, Miles Bridges und Ryan Kalkbrenner um die Minuten in der Frontcourt. Die Hornets sind dagegen nach diesem Trade eine komplett andere Mannschaft. Ball war jahrelang ihr Angelpunkt, der Rest des Teams war um ihn herum konstruiert. Mit ihm weg verschieben die Hornets die Verantwortung auf Coby White, den sie mid-season von den Chicago Bulls geholt haben. White hat bei den Bulls gezeigt, dass er als Lead Guard eigene 20+ PPG erzielen kann, und könnte diese Saison in die Top 50 der Fantasy-Spieler rücken. Brandon Miller und Kon Knueppel bekommen mehr Platz für ihre eigenen Scorer, sind aber eher Finisher als Creators. Christian Anderson, die 18. Pick aus dem gerade beendeten Draft, könnte als Rookie genug Spielzeit bekommen, um auf dem Fantasy-Radar zu landen.
Für Deutsche Basketball-Fans, die die NBA folgen: Der Trade verdeutlicht, wie abhängig kleine Märkte wie Charlotte von ihren Stars sind. Ball war quasi das gesamte Franchise. Für Fantasy-Manager im DACH-Raum ist es ein klassisches Szenario: Edwards-Besitzer sollten sich freuen, der Downgrade bei Ball ist real, aber seine Top-25-Platzierung ist trotzdem respektabel. White als Spieler, der neu in die Lead-Guard-Rolle wächst, könnte ein spannendes Value-Play werden, wenn Punkte-Streuereien von früher sich normalisieren.