Die Chicago Bears haben sich selbst ein schwieriges Leben für die kommende Saison eingebrockt. Wenn die NFL ihre Spielpläne für 2026 veröffentlicht, wartet auf Chicago die härteste Schedule der gesamten Liga. Die Gegner der Bears hatten in der vergangenen Saison zusammen eine Bilanz von .550 Prozent Siegquote, was bedeutet: Die Opposition ist überdurchschnittlich stark besetzt.
Acht der 17 Spiele führen gegen Teams, die 2025 die Playoffs erreichten. Buffalo, Carolina, Green Bay (Heim- und Auswärtsspiel), Jacksonville, New England, Philadelphia und Seattle warten auf die Bears. Von diesen sieben Gegnern haben allein fünf mindestens elf Spiele gewonnen. Die Super-Bowl-LX-Sieger Seattle reisen mit einem 14-3-Rekord zu den Bears, die Finalisten New England bringen die gleiche Bilanz mit nach Chicago. Soldier Field wird zum Prüfstein.
Historisch betrachtet ist die Ausgangsposition ungünstig. Seit 2016 hat nur ein Team die Playoffs erreicht, das mit der schwersten Schedule in die Saison ging: die 2016 Atlanta Falcons. In den letzten zehn Jahren schafften es insgesamt nur drei Mannschaften aus dieser Kategorie in die Postseason. Die 2023 Eagles und die 2021 Steelers waren darunter, doch beide scheiterten bereits in der Wild-Card-Runde. Die Bears selbst bewiesen aber gerade, dass solche Hindernisse zu nehmen sind. Mit der zweitschwersten Schedule 2025 schafften sie 11 Siege und holten die NFC-North-Krone. Quarterback Caleb Williams führte die Mannschaft zu acht Fourth-Quarter-Comebacks, auch in den Playoffs. Diese Zahl teilt sich Williams mit den 2016 Lions und den 2022 Vikings als historisches Rekord-Trio.
Coach Ben Johnson weiß, worauf es ankommt: "Wir haben eine monumentale Aufgabe vor uns, denn diese Division wird sich nur noch stärker machen in diesem Offseason. Es wird nicht leichter. Es wird immer schwerer." Die Chancen sind überschaubar. DraftKings setzt die Gewinnprognose für Chicago auf 9,5 Spiele, was einen moderaten Rückgang zu 2025 bedeuten würde. Für einen Divisions-Repeat haben die Bears mit +320 die drittbesten Quoten, hinter Detroit (+185) und Green Bay (+195). Die Lions profitieren dabei von der sechstleichtesten Schedule der Liga mit .467 Siegquote der Gegner.
Ballports-Take: Die Bears haben bewiesen, dass sie auch unter ungünstigen Bedingungen gewinnen können. Williams und die Offense entwickeln sich, und die Defense hat jetzt noch ein Jahr Erfahrung mit dem neuen System. Das Problem: Nicht nur Chicago wird besser, sondern die ganze Division. Green Bay und Detroit sind nicht schwächer geworden. Wer die Bears 2026 folgt, sollte den Fokus auf die Close Games legen. Wenn Williams auch in einer noch schwereren Schedule wieder sieben, acht Einspiel-Siege zusammenbringt, können sie erneut in die Playoffs marschieren. Das ist das realistische Best-Case-Szenario.