Wie Meister-Teams gebaut werden: Die Spurs sind die Ausnahme
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Wie Meister-Teams gebaut werden: Die Spurs sind die Ausnahme

Ein Top-5-Pick im NBA-Draft ist begehrt wie kaum etwas anderes. Teams verschleudern ganze Saisons für die Chance auf einen dieser Spieler, Fans träumen von Franchise-Cornerstones die ihre Teams zu Championships führen. Nur: Diese Träume werden selten wahr. Von den hundert Spielern, die zwischen 2000 und 2019 in den Top fünf gezogen wurden, gewannen gerade mal 44 überhaupt eine Playoff-Serie für ihr ursprüngliches Team. 56 andere brachten die schwere Draft-Investition ihrer Teams nie auch nur zu einem Playoff-Sieg. Das ist das zentrale Ergebnis einer Analyse, die zeigt: Championship-Rosters entstehen ganz anders, als viele denken.

Die Chancen sind düster für jeden Top-5-Pick. Statistisch gesehen wird ein Spieler aus dem Top-5-Quintett einer Draft-Klasse niemals eine Serie gewinnen, einer gewinnt eine bis zwei, und einer gewinnt drei oder mehr. Das ist das arithmetische Mittel aus 20 Jahren NBA-Drafts. Die extremen Ausreißer nach oben sind bekannt: Dwyane Wade holte als No.-5-Pick 2003 für Miami 22 Playoff-Serien-Siege, bevor er 2014 als Free Agent ging. Jayson Tatum und Jaylen Brown in Boston haben zusammen schon 15 und könnten Wade irgendwann einholen. Aber solche Geschichten sind Ausnahmen, nicht die Regel.

Far häufiger sieht es aus wie bei Nikoloz Tskitishvili, Raymond Felton oder Shelden Williams: Alle drei wurden in den 2000ern als No. 5 gedraftet, keiner gewann eine einzige Playoff-Serie mit seinem ursprünglichen Team. Die romantische Vorstellung vom Jahrzehnt-Plus-Spieler, der eine Franchise aufbaut, erfüllt sich sowieso fast nie. Top-5-Picks aus dieser Ära blieben durchschnittlich nur 5,1 Saisons bei ihrem ursprünglichen Team. 56 Prozent schafften es bis ins fünfte Jahr und zum zweiten Vertrag. 44 Prozent waren vorher weg. Nur 6 Prozent spielten mindestens zehn Saisons für die Team, die sie draftete. (Tatum wird diese Quote nächste Saison auf 7 Prozent heben.) Gerade mal fünf der hundert Top-5-Picks jener zwei Jahrzehnte sind noch bei ihrem ursprünglichen Team: Tatum und Brown in Boston, Joel Embiid in Philadelphia, Zion Williamson in New Orleans und Ja Morant in Memphis.

Wenn Top-Picks so selten mit ihrem ursprünglichen Team die Finals erreichen, woher kommen Championship-Spieler dann? Die Antwort liegt in einer Mischung aus Free Agency, Trades und anderen Wegen. Die Spurs aber sind hier die massive Ausnahme, die zeigt, wie anders die Dinge laufen können wenn Scouting, Entwicklung und Kontinuität wirklich funktionieren.

Ballports-Take: Diese Analyse rüttelt an einem Grundmythos der NBA: dass Draft-Picks das Fundament von Dynastien sind. Für deutsche Fans heißt das vor allem, skeptischer auf deutsche Spieler zu schauen, die in schwachen NBA-Teams landen. Ein hoher Draft-Pick garantiert fast nichts. Spannender wird es, wenn etablierte Spieler in ihre Primes kommen oder wann Teams wirklich schlagkräftig werden – meist durch Trade-Bewegungen und nicht durch Geduld mit jungen Talenten. Der San Antonio-Weg war eine Dekaden-lange Anomalie, nicht das Standard-Modell.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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