Samuel Silverman arbeitete als Sports Trader bei DraftKings in Las Vegas. Im Mai wurde er verhaftet und mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert: Er soll an einem Bestechungsschema beteiligt gewesen sein, das einen College-Basketball-Spieler der Fresno State manipulierte. Die Anklage umfasst zwei Anklagepunkte der Klasse C, die bis zu fünf Jahre Gefängnis und Geldstrafen vorsehen. Silverman plädierte auf nicht schuldig.
Das Schema war bemerkenswert simpel aufgebaut. Mykell Robinson, ehemaliger Spieler der Fresno State, sollte seine Leistung in einem Spiel gegen Colorado State am 7. Januar 2025 absichtlich beeinflussen. Silverman hätte dann Geld bewegt, um Wetten auf Robinsons Statistiken zu platzieren und die Gewinne einzukassieren. Ein weiterer ehemaliger DraftKings-Mitarbeiter, Matthew J. Martin, war laut Ermittlungen ebenfalls beteiligt. Martin war Silvermans Mitbewohner in Las Vegas.
Der Zusammenhang zwischen den beteiligten Personen war eng. Silverman war 2022-23 Manager der Fresno State Herrenbasketball-Mannschaft gewesen. Steven Vasquez, ein weiterer ehemaliger Spieler, war Robinsons Zimmergenosse während der Saison 2023-24 und soll ebenfalls in das Schema verwickelt gewesen sein. Vasquez wechselte später zur San Jose State, genau in der Saison, als die mutmaßliche Manipulation stattfand.
Das Nevada Gaming Control Board, das Behörde mit eigenen Ermittlungsbefugnissen ist, leitete die Untersuchung an. Sie prüfte Telefon- und Finanzunterlagen und stützte sich auf unabhängige Ermittlungen der NCAA und der Fresno State selbst. Das Control Board erklärte, dass mehrere weitere Verdächtige noch nicht angeklagt wurden und die Ermittlungen fortlaufen.
Die NCAA kam zu ihren eigenen Conclusions. Im September kündigte der Verband an, dass Robinson und Vasquez gegen seine Glücksspielstatuten verstoßen hatten. Beide wurden auf Lebenszeit für nicht berechtigt erklärt, um College-Basketball zu spielen.
DraftKings bestätigte, dass Silverman und Martin 2025 als Sports Trader im Las Vegas-Büro tätig waren, aber keine Verantwortung für die Festlegung der College-Basketball-Quoten hatten. Ein Sprecher des Unternehmens sagte, dass ein interner Überprüfungsprozess keine Hinweise auf die Nutzung vertraulicher Informationen ergab. Die tatsächlichen Wetten sollen nicht über DraftKings-Plattformen erfolgt sein. DraftKings bot keine Sportwetten in Nevada an, obwohl die Firma ein Büro dort unterhielt. Das Unternehmen kündigte an, die früheren Mitarbeiter entlassen zu haben und sagte: "Wir verurteilen das mutmaßliche Verhalten dieser ehemaligen Mitarbeiter auf das Schärfste und bleiben der Wahrung der Integrität des Sports und der Sportwetten verpflichtet."
Für deutsche Basketball-Fans und Fantasy-Sports-Spieler ist dieser Fall ein Warnzeichen. Bestechung im College-Sport ist keine theoretische Gefahr, sondern eine konkrete Straftat mit Gefängnisfolgen. Wer Online-Wetten platziert, sollte wissen: Solche Manipulationen können Games beeinflussen, die Quoten sind nicht immer fair. Die ballports-Community sollte sich bewusst machen, dass selbst große, regulierte Plattformen wie DraftKings nicht vor solchen Skandalen schützen können. Der Fall zeigt auch, wie eng die Grenzen zwischen Insider-Positionen und kriminellem Handeln sein können.