Ehemaliger Kentucky-Guard Kriisa wegen Betrugsskandal angeklagt
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Ehemaliger Kentucky-Guard Kriisa wegen Betrugsskandal angeklagt

Kerr Kriisa, der estnische Guard, der sechs Saisons lang an amerikanischen Colleges spielte, sitzt nun in erheblichen Schwierigkeiten. Das US-Justizministerium kündigte seine Anklage wegen eines Betrugssystems im Umfang von 2,2 Millionen Dollar an. Der 1,90 Meter große Spieler soll über einen Zeitraum von vier Jahren ein ausgefeiltes Betrugsnetzwerk betrieben haben, bei dem er Opfer mit erfundenen Geschichten und gefälschten Identitäten um Geld brachte.

Kriisa spielte zuletzt für die University of Cincinnati und kam in der Saison 2024-25 auf 5,8 Punkte und 3,0 Assists pro Spiel, bevor eine Schulterverletzung im Februar sein Comeback verhinderte. Seine College-Karriere führte ihn zuvor über Kentucky, Arizona und West Virginia. Insgesamt absolvierte der Guard nur 127 Spiele in sechs Jahren, da Verletzungen sein Laufbahn immer wieder unterbrachen.

Die Anklageschrift offenbart die Methoden hinter der Betrügerei. In einem Fall soll Kriisa ein Opfer überredet haben, ihm Geld zu schicken, indem er vortäuschte, dass seine Mutter an Krebs erkrankt sei und eine Behandlung benötige. In einem anderen Szenario gab er sich selbst als Mutter aus und bat um Geld, um das Familienanwesen zu retten. Besonders perfide: Er erschuf die fiktive Identität einer Frau namens Irene, um ein betrügerisches Rückzahlungsversprechen in Höhe von 100.000 Dollar mit einer Februarfrist zu unterzeichnen.

U.S. Attorney Matthew L. Harvey erklärte: "Finanzbetrügsschemata untergraben das Vertrauen und fügen echten Schaden bei denjenigen an, die glaubten, jemandem in Not zu helfen. Wir werden weiterhin Personen verfolgen, die andere durch Täuschung ausbeuten." Die Regierung fordert die Beschlagnahme aller Gewinne aus den mutmaßlichen Straftaten, was einem Urteil von rund 2,2 Millionen Dollar entspricht.

Krisas Fall reiht sich ein in eine wachsende Serie von Anklagen gegen College-Basketball-Akteure. Das Justizministerium hat in der letzten Dekade mehrere Spieler und Trainer wegen Glücksspiel- und Bestechungsdelikten angeklagt. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die zunehmenden Probleme, mit denen der College-Basketball zu kämpfen hat, weit über die sportliche Ebene hinaus.

Für Basketball-Fans im deutschsprachigen Raum ist dieser Fall ein Warnsignal. Kriisa war ein Spieler, der an mehreren bekannten Universitäten spielte und durchaus im Fokus von europäischen Scouts hätte sein können. Sein Schicksal zeigt, dass auch Athleten mit internationaler Erfahrung und etabliertem Status in der NCAA plötzlich aus der Bahn geraten können. Wer Kriisas Karriere verfolgt hat, muss diese Entwicklung als tragisch verbuchen. Der Guard verschaffte sich durch Betrügereien finanzielle Mittel, obwohl er als anerkannter College-Spieler professionelle Perspektiven gehabt haben dürfte.

Originalquelle: ESPN / NCAAOriginal lesen →
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