Second-Round-Picks schreiben NBA-Erfolgsgeschichten
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Second-Round-Picks schreiben NBA-Erfolgsgeschichten

Die NBA schaut in dieser Woche auf die zweite Runde des Drafts. Am Mittwoch werden 29 Spieler in der zweiten Runde aufgerufen, doch die Geschichte zeigt, dass diese Runde längst nicht weniger wichtig ist als die erste. Seit 2000 haben 16 Second-Round-Picks mindestens ein All-Star-Spiel bestritten, zehn schafften es sogar ins All-NBA-Team. Das sind nicht die Top-Talente, die großen Namen, die am ersten Abend gefeiert werden. Das sind Spieler, die eine Chance brauchten und aus dieser Chance eine Karriere machten.

Jalen Brunson ist das beste Beispiel für diesen Aufstieg. Die Dallas Mavericks holten ihn 2018 als Pick 33, kurz nachdem sie Luka Doncic an erste Stelle genommen hatten. Brunson kam von Villanova, wo er zwei nationale Meisterschaften gewonnen hatte und als National Player of the Year ausgezeichnet wurde. In Dallas wuchs er jahrelang im Schatten des Superstars heran, bis die Playoffs 2022 kamen. Dort zeigte Brunson plötzlich, wofür er stand: 21.6 Punkte, 4.6 Rebounds und 3.7 Assists pro Spiel, bevor die Mavs im Western Conference Finals an Golden State scheiterten. Nach der Saison unterschrieb er bei den New York Knicks. Was folgte, war historisch. Brunson führte die Knicks zur ersten NBA-Meisterschaft seit 53 Jahren und war dabei mit 32.6 Punkten pro Spiel im Finals MVP. Seitdem ist er dreimal in Folge All-Star.

Nikola Jokic schrieb sogar noch spektakulärer Geschichte. Der Serbe wurde 2014 mit Pick 41 gedraftet, während im Fernsehen ein Taco-Bell-Spot lief, ein Moment der NBA-Legende wurde. Ein Jahr spielte Jokic overseas, bevor Denver ihn holte. Seine erste Saison 2015-16 war solide, nicht spektakulär: 10 Punkte, 7 Rebounds. Dann änderte sich alles. Der "Joker" entwickelte sich zum besten Center der Liga. Seit 2019 schafft er es jedes Jahr ins All-NBA-Team, verzeichnete Karrieredurchschnitte knapp unter Triple-Double-Raten. Die zwei MVP-Awards 2021 und 2022 waren nur der Anfang. 2023 führte Jokic Denver zur Meisterschaft und war Finals MVP. 2024 holte er sich den MVP-Award zurück, und in der Saison 2025-26 dominierte er mit 27.7 Punkten, ligaweit führenden 12.9 Rebounds und 10.7 Assists pro Spiel.

Draymond Green zeigt, wie Defensive und Vielseitigkeit auch ohne Scoring-Power zum Champion machen. Die Golden State Warriors nahmen ihn 2012 an Position 35. Green war nie ein 20-Punkte-Scorer, aber als Defensiv-Anker und Playmaker half er Golden State zu vier Meisterschaften, 2015, 2017, 2018 und 2022. Neunmal wurde er All-Defensive Team gewählt, 2017 war er Defensive Player of the Year. Seine Karriere zeigt: Eine zweite Runde ist der richtige Ort für Charaktere, die anderes beiwesenreiche Qualitäten mitbringen als einfach Punkte.

Für DACH-Basketball-Fans ist das eine wichtige Lektüre, wenn wieder der Draft im Fokus steht. Die Obsession mit den ersten Picks ist verständlich, aber die Second Round ist seit zwei Jahrzehnten das Labor, in dem Championships gebaut werden. Die Knicks mit Brunson zeigen, dass ein Veteran-Trade kombiniert mit einem ruhigen zweiten Pick langfristig wertvoll ist. Und wenn in diesem Jahr wieder unbekannte Namen in Runde zwei aufgerufen werden, lohnt sich ein zweiter Blick. Die nächsten All-Stars könnten gerade jetzt ihren Namen hören.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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