Die Reserves für das All-Star-Spiel 2026 stehen fest, und wie jedes Jahr gibt es reichlich Diskussionsstoff. Am 25. Juli steigt das Spiel in Chicagos United Center, moderiert von zwei WNBA-Legenden: Cynthia Cooper und Teresa Weatherspoon werden als Honorary General Managers die Teams aus dem Pool von 22 All-Stars zusammenstellen. Bevor es losgeht, müssen aber noch einige Fragen geklärt werden, allen voran: Wer wurde zu Unrecht übersehen?
Brittney Sykes von den Toronto Tempo war für viele die größte Enttäuschung dieser Saison. Die Guard führt die Expansion in Richtung Playoffs an und rangiert als achte Scorerin der Liga. Im Juni erlitt sie eine nicht-kontakt bedingte Plantarfaszitis und fällt seitdem aus. Dass Sykes trotz ihrer starken Leistung und ihrer Defensive nicht berücksichtigt wurde, lag klar an der Verletzung. Aber nicht alle Snubs lassen sich mit Pech erklären.
Alyssa Thomas von den Phoenix Mercury ist eine deutlich schwerer zu rechtfertigende Auslassung. Die Forward führt die gesamte Liga in Assists an, verteidigt auf höchstem Niveau, steht bei 15 Rebounds pro Spiel und schießt beeindruckende 51,5 Prozent aus dem Feld. Trotzdem bekam sie keinen Reserve-Platz. Der Grund liegt möglicherweise an Phoenixs schwacher Saisonleistung, die offenbar auch etablierte Stars bestraft. Gleiches gilt für Kahleah Copper, die als vierfache All-Star durchschnittlich 20,6 Punkte macht und diesen Sommer bereits sechs Spiele mit 25 oder mehr Punkten absolvierte. Dass sie ausgeschlossen wurde, überrascht viele Beobachter.
Andererseits gibt es große Freude über zwei Spielerinnen, die endlich ihr erstes All-Star-Game erreicht haben: Jessica Shepard bei den Dallas Wings und Marina Mabrey bei den Toronto Tempo wechselten beide zu neuen Teams und glänzen in größeren Rollen. Mabrey machte in dieser Saison bereits zwei Spiele mit neun Dreiern und erzielte am 25. Juni 53 Punkte, wodurch sie den Franchise-Record des Tages teilte. Analysten vermuten, dass sie in Chicago groß auftrumpfen könnte.
Auch Dominique Malonga von den Seattle Storm verdient Erwähnung. Die 20-jährige Center war die zweite Pick des 2025 Drafts und fiel nach Gehirnerschütterungssymptomen acht Spiele aus. Seit ihrer Rückkehr am 6. Juni scort sie in jedem ihrer Spiele zweistellig. Dass sie als Rookies schon ins All-Star-Team kommt, deutet auf ein großes Potenzial hin.
Für deutsche Fans ist das WNBA All-Star-Spiel bislang noch ein Nischensport, aber die Qualität der Diskussionen zeigt, wie kompetitiv die Liga mittlerweile ist. Die Frage, wer verdient hätte reinzukommen und wer nicht, gibt es auch in europäischen Ligen, aber selten mit diesem Niveau an Tiefe und statistischer Unterfütterung. Veronica Burton von den Golden State Valkyries könnte übrigens noch als Ersatz nachrücken, falls eine Spielerin verletzungsbedingt ausfällt, schreibt Commissioner Cathy Engelbert dann einen Namen nach.