Die Oklahoma City Thunder geben Guard Isaiah Joe an die Detroit Pistons ab. Im Gegenzug erhalten die Thunder zwei Future Second-Round Picks, wie ESPN berichtete. Für Oklahoma City ist der Deal vor allem eine Sparmaßnahme, um die aufgeblähte Gehaltsliste zu senken. Für Detroit geht es um etwas anderes: Die Pistons brauchen dringend einen Drei-Punkte-Schützen neben Superstar Cade Cunningham.
Joe ist 26 Jahre alt und einer der besten Schützen der NBA. In den letzten vier Spielzeiten traf er 41,5 Prozent seiner Dreier. Das ist beeindruckend, wenn man bedenkt, dass Joe in dieser Zeit durchschnittlich nur 9,7 Punkte pro Spiel erzielte und meistens von der Bank kam. Die Bilanz ist eindeutig: Von 56 Spielern mit mindestens 1.500 Drei-Punkte-Versuchen in diesem Zeitraum hat Joe die beste Quote.
In der abgelaufenen Saison war Joe so produktiv wie nie. Er kam auf 11,1 Punkte pro Spiel und traf 42,3 Prozent seiner Dreier. Dennoch verlor er während der Playoffs seinen Platz in der Rotation, nachdem die Thunder Jared McCain verpflichtet hatten. Der Trade kommt für Joe also in einem Moment, in dem sein Standing in Oklahoma City sinkt.
Die Pistons brauchten diese Verstärkung. Im letzten Jahr schafften sie es nur auf 11,0 gemachte Dreier pro Spiel. Das reichte für Platz 28 in der Liga und war mit Abstand das Schlechteste in der Eastern Conference. Joe kann sofort helfen.
Joe verdient 11,3 Millionen Dollar in der kommenden Saison. Die Thunder haben für 2027-28 eine Team Option über denselben Betrag. Das macht den Deal für Oklahoma City interessant: Die Thunder sparen sich damit erhebliche Kosten.
Es ist bereits der zweite große Trade für die Thunder in dieser Woche. Zuvor gaben sie auch Wing Aaron Wiggins an die Atlanta Hawks ab, wiederum für zwei Second-Round Picks. Zusammen senken diese Deals Oklahomas Gehaltsbudget von 261 Millionen auf 234 Millionen Dollar. Mit Luxury Tax sparen die Thunder insgesamt 216 Millionen Dollar, wie ESPN-Insider Bobby Marks berechnet hat.
Die Thunder müssen sparen, obwohl sie gerade Meister geworden sind. Das zeigt, wie krass die finanziellen Grenzen der NBA funktionieren. Oklahoma City wird die Team Options von Center Isaiah Hartenstein (28,5 Millionen Dollar) und Guard Luguentz Dort (18,2 Millionen Dollar) wohl ausüben, lässt aber Reserve Forward Kenrich Williams (7,2 Millionen Dollar) ziehen.
Für deutsche Basketball-Fans ist Joe eine interessante Figur. Er ist ein klassischer Role Player, dessen Wert leicht zu unterschätzen ist. Ein Spieler, der nicht aus dem Auge springt, aber ein Team besser macht. Die Pistons bekommen mit ihm einen Mann, der zuverlässig trifft, wenn es zählt. In einer Liga, in der die Drei-Punkte-Linie immer wichtiger wird, ist eine Quote von über 42 Prozent Gold wert. Joe könnte in Detroit aufblühen, vor allem wenn die Pistons ihn auch von der Bank in wichtigen Momenten einsetzen.