Nancy Meier: 51 Jahre Patriots, jetzt geht eine Legende
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Nancy Meier: 51 Jahre Patriots, jetzt geht eine Legende

Nancy Meier kam 1975 als Typisten zu den New England Patriots. Damals verdiente sie etwa drei Dollar die Stunde. Fünf Jahrzehnte später, kurz vor ihrem Ruhestand Ende Mai, bekam sie einen Abschied, den nur wenige Angestellte einer Sportorganisation jemals erleben. Die Patriots luden Hunderte in die GP Atrium von Gillette Stadium ein, um die längste Mitarbeiterin der Franchise zu ehren.

Die Karriere begann fast zufällig. Meier wuchs in Holbrook, Massachusetts auf und studierte Fashion Merchandising am Burdett College in Boston. Ihre Schwester hatte eine Freundin, die für Patriots-Scouting-Chef Bucko Kilroy arbeitete. Ein Job wurde frei. Meier sagte zu, fing zunächst in Teilzeit an und wurde im Oktober 1975 fest angestellt. Sie organisierte Scouting-Reports und koordinierte später den Special-Teams-Playbook. Die Arbeit war repetitiv, aber fundamental: Scouts fuhren mit Kamera und Filmprojektor los, schrieben ihre Berichte auf, maillten sie ins Büro. Meier und ihre Kolleginnen tippten alles ab. Stunde um Stunde. Jahrzehnt um Jahrzehnt.

Als Direktorin der Scouting Administration wurde Meier zur ersten Vertrauensperson für Rookies, die in New England ankamen. Sie organisierte ihre Reiserouten, kümmerte sich um die ersten Schritte im neuen Leben. Hall-of-Famer Richard Seymour, ein Südcarolina-Native der an der University of Georgia spielte, nannte sie später eine muttergleiche Präsenz in einem fremden Land. Die meisten Spieler kannten sie als "Miss Nancy". Diese emotionale Nähe war es, worauf sich eine Karriere über fünf Jahrzehnte gründete.

Beim Abschiedsevent blieb kein Auge trocken. Ein Video-Tribut mit 60 Beiträgen spielte ab: Besitzer Robert und Jonathan Kraft, Tom Brady, Tedy Bruschi, Willie McGinest, Scott Pioli und Nick Caserio. Pioli, der von 2000 bis 2008 als Vice President of Player Personnel fungierte und drei Super-Bowl-Titel gewann, würdigte Meiers "loyale Stimme" als Schlüsselelement der Personalabteilung. Er sagte: Wir waren keine reinen Arbeitskollegen. Sie ist Familie für uns und kennt unsere Tochter Mia seit deren Geburt.

Meier saß mit ihrer jüngsten Enkelin auf dem Schoß und konnte kaum fassen, wer alles kam. Die Erinnerungen der Menschen, die sie über Jahrzehnte traf, wurden geteilt. "Ich glühe immer noch darin", sagte sie. Was sie am meisten vermissen wird: die Menschen. "Familie ist ein einfaches Wort für Arbeitsplätze, aber ich habe wirklich viele Menschen getroffen, die ich als Familie betrachte. So nah wie Familie nur sein kann."

Ballports-Take: Nancy Meiers Geschichte ist eine Erinnerung daran, dass Football-Organisationen auf Menschen wie ihr aufgebaut sind, die unsichtbar arbeiten und doch das Fundament legen. Für deutsche Fans der Patriots ist das ein schönes Beispiel für Kontinuität und innere Kultur, die man in Europa gerne mehr hätte. Ihre Pensionierung markiert das Ende einer Ära, aber auch eine Chance für die Patriots, ihre Geschichte lebendig zu halten. Miss Nancy verdient ihren Ruhestand.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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