Die Verantwortlichen des College Football Playoff haben sich in Denver intensiver mit der Möglichkeit eines 24er-Feldes auseinandergesetzt, doch mehr Fragen als Antworten sind bisher das Ergebnis. Executive Director Rich Clark sagte ESPN, dass die Diskussion sich deutlich mehr um 24 Teams drehte als um eine Alternative mit 16 Teams. Mit 16 Teams hätten die Planer mehr Klarheit, weil dieses Format näher an der aktuellen Größe von 12 liegt, erklärte Clark. Das 24er-Feld stelle aber so viele neue Variablen dar, dass es umfangreichere Überlegungen erfordert.
Espn-Vertreter und externe Berater waren bei dem Treffen anwesend, doch eine konkrete Simulation auf dem Kalender für 2027 fand nicht statt. Auch Umsatzzahlen wurden nicht durchgerechnet. Das größte Problem für die Konferenzen liegt in der Finanzierung: Sie müssen verstehen, ob die Einnahmen aus einem 24er-Playoff den Verlust der Conference Championship Games kompensieren können, die vermutlich wegfallen würden, um Platz für mehr Playoff-Spiele zu schaffen.
Die Kommissare haben Clark konkrete Fragen und Anliegen mitgegeben, die das CFP-Team nun mit seinen Medienberatern klären soll. Eine detailliertere Analyse wird für den nächsten Termin vorbereitet, der eigentlich erst im September stattfinden soll. Clark deutete an, dass ein zusätzliches Treffen im August möglich ist, wenn die Arbeit bis dahin weiter vorankommt. Eine Entscheidung muss bis zum 1. Dezember fallen, damit das neue Format 2027 starten kann.
Der Big Ten hatte die 24er-Idee ursprünglich ins Spiel gebracht. Der SEC kommt diese Variante aber weniger gelegen, die Liga favorisiert weiterhin 16 Teams. Big Ten und SEC haben zusammen entscheidenden Einfluss auf die Zukunftsgestaltung. Können sie sich nicht einigen, bleibt es bei 12 Teams. Clark beschrieb die Diskussionen als produktiv, betonte aber auch, dass die verschiedenen Konferenzen das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln sehen und teilweise ganz andere Prioritäten haben. Neben dem 24er-Szenario werden auch Veränderungen an der Rekusationspolitik und an den Metriken für die Platzierungen erwogen.
Für deutsche College-Football-Fans ist die Debatte bisher eher akademisch, da die großen amerikanischen Rivalitäten und der Playoff-Modus hierzulande weniger intensiv verfolgt werden als in den USA. Dennoch zeigt sich hier ein grundsätzlicher Konflikt zwischen sportlicher Gerechtigkeit und wirtschaftlichen Interessen, der auch in der ELF und GFL von Bedeutung ist: Wie viele Teams verdienen einen Platz im Endspielbett, und wer kontrolliert die Struktur? Die Antwort wird maßgeblich davon abhängen, ob Big Ten und SEC sich einigen können.