SEC-Trainer verteidigen Conference-Championship gegen 24er-Playoff
← NewsCFB

SEC-Trainer verteidigen Conference-Championship gegen 24er-Playoff

MIRAMAR BEACH, Florida — Die Frage ist längst keine theoretische mehr. Während die großen Conferences plötzlich über ein 24er-Playoff-Format nachdenken und ihre Championship Games streichen wollen, stellen sich SEC-Trainer dieser Woche demonstrativ hinter ihr Conference-Turnier. Das Problem ist klar: Geld. Georgias Coach Kirby Smart beziffert den jährlichen Verlust auf 80 bis 100 Millionen Dollar, falls die SEC Championship wegfällt. Smart ist da ehrlich. Klar, sagt er, das späte Saisonende störe die Transfer Portal Phase. Das könne man akzeptieren. Aber die finanzielle Realität sei das größere Problem. "Können wir das ohne diese Einnahmen überhaupt noch stemmen?", fragt Smart. "Das ist wirklich meine Sorge."

Texas-Coach Steve Sarkisian sieht das ähnlich, steuert aber eine andere Perspektive bei. Mit dem neuen Nine-Game-League-Schedule in der SEC werde ein Platz in der Championship Game noch kostbarer. Es werde exklusiver, seltener, wertvoller. "Das wird etwas Besonderes sein", sagt Sarkisian. "Und ich hoffe wirklich, wir können dieses Spiel bewahren." Zugleich gesteht er: "Ich weiß nicht, ob das die Realität ist, wenn die großen Veränderungen kommen."

Die Realität ist im Fluss. Big-Ten-Commissioner Tony Petitti sagte letzte Woche, seine Conference könnte ihr Championship Game für 2027 abschaffen und direkt zu 24 Teams im Playoff übergehen. SEC-Commissioner Greg Sankey betont, die SEC sei "ziemlich committed" zu ihrem Title Game, auch wegen laufender Verträge. Ein Ausweg zu 24 oder 28 Teams ist für ihn aber nicht ausgeschlossen.

Missouri-Coach Eli Drinkwitz bringt den emotionalen Punkt auf den Tisch. "Das ist eines der besten Spiele, die die SEC jedes Jahr zeigt. Warum würde man das loswerden wollen, nur weil man zur nächsten Sache kommen will?" Drinkwitz sieht das kulturelle Problem: ständig auf das nächste Ziel hinarbeiten, dabei übersehen, was man gerade hat. Sarkisian stimmt zu und diagnostiziert ein College-Football-Syndrom. "Playoff oder nichts", sagt er. "Nur 12 Teams kommen rein. Das bedeutet Enttäuschung für fast alle Fan-Basen. Und weil alle in diesem Playoff-oder-nichts-Denken gefangen sind, minimieren wir den Wert einer SEC Championship. Nur für die Hoffnung auf einen nationalen Titel. Und davon gibt es einen pro Jahr."

Vanderbilts Coach Clark Lea fasst es am direktesten zusammen. Jedes Treffen mit seinem Team beginnt mit derselben Botschaft: Ein SEC-Championship-Trophy. "Ich will einen dieser Trophäen gewinnen", sagt Lea. "In einer Liga wie der SEC, da mit einem Trophy zu gehen, auf dem SEC Champion steht — das ist wirklich bedeutungsvoll für mich."

Ballports-Take: Für deutsche Fans ist das ein Blick in die College-Football-Zukunft, die auch auf die internationalen Ligen ausstrahlt. Die SEC kämpft hier nicht nur um TV-Gelder, sondern um die Frage: Was macht ein Championship wertvoll? Ein 24er-Playoff, bei dem fast jedes gute Team reinkommt, könnte mittelfristig auch die Conference-Ligen schwächen. Wenn die großen US-Conferences ihre Turnierspiele streichen, werden auch europäische Wettbewerbe — ob ELF oder München 2026 — mehr Aufmerksamkeit von Fans bekommen, die Quality-Football mit echter Bedeutung wollen. Sarkisians Punkt zum "Playoff-oder-nichts-Gedanken" beschreibt genau das Problem, das schon längst in Europa angekommen ist.

Originalquelle: ESPN / CFBOriginal lesen →
← Alle News