Will Wade verließ NC State nach nur einer Saison im März, um zu LSU zurückzukehren. Das Problem für die Wolfpack: Der Zeitpunkt des Wechsels könnte LSU bewusst manipuliert haben, um die Ablösesumme zu drücken.
NC States Generalanwältin Allison B. Newhart schrieb einen Brief an ihr LSU-Pendant Carlton Jones, in dem die Universität ihre Untersuchung darlegte. Der Brief wurde später von der Associated Press aus öffentlichen Dokumenten beschafft. LSU hatte NC State zuvor dreimal aufgefordert, alle Ansprüche gegen die Universität fallenzulassen. Das weigerte sich NC State zu tun.
Wades Vertrag bei NC State sah eine Ablöse von fünf Millionen Dollar vor. Allerdings wäre diese Summe nach dem 1. April auf drei Millionen gesunken. LSU stellte Wade am 26. März ein, zwei Wochen nachdem er öffentlich erklärt hatte, mit den Wolfpack im zweiten Jahr durchstarten zu wollen. NC States Athletic Director Boo Corrigan einigte sich später auf eine Ablöse von vier Millionen Dollar mit LSU, die am 8. Mai bezahlt wurde. Damit wollte die Universität den Prozess beschleunigen und schnell einen Nachfolger finden, was mit Justin Gainey gelang.
Doch Newhart sieht darin möglicherweise eine gezielte Strategie. In ihrem Brief schreibt sie, dass NC State untersucht, ob LSU Wade improperly dazu bewogen hat, seinen Vertrag zu brechen, den Bruch zu beschleunigen und die Ablösesumme zu senken. Konkret prüft die Universität, ob LSU gegen Norcarolinas Unfair and Deceptive Trade Practices Act verstoßen hat. Bei einer Verletzung drohen finanzielle Schadensersatzzahlungen und Anwaltsgebühren.
Newhart betont in ihrem Brief, dass die Zahlung von vier Millionen Dollar zwar Wades persönliche Verpflichtungen klärt. Das bedeute aber nicht, dass LSU aus der potenziellen rechtlichen Verantwortung entlassen ist. NC State vermutet sogar, dass LSU gezielt Efforts unternommen hat, um die Benachrichtigung über Wades Verfolgung zu verzögern. So sollte die niedrigere Ablösesumme nach dem 1. April greifen.
LSU wollte sich nicht zu der Angelegenheit äußern. NC State verhandelt weiter und hat deutlich gemacht, dass es nicht bereit ist, die Sache einfach beiseite zu legen. Der Fall zeigt, wie intensiv die Konkurrenz zwischen großen Universitäten um Top-Trainer ausfallen kann, wenn Timing, Geld und Vertragswerk aufeinandertreffen.
Für Beobachter des College-Basketball ist dieser Fall ein Lehrstück über die kommerzielle Seite des Sports. Wenn eine Universität wie LSU einen etablierten Coach abholt, geht es nicht nur um Basketball. Es geht um Reputationen, finanzielle Planung und die Frage, wie weit eine Institution gehen darf, um ihre Ziele zu erreichen. NC State signalisiert hier: Wir lassen uns nicht über den Tisch ziehen. Der Ausgang könnte ein Signal für andere Top-Programme setzen, wie aggressiv man beim Coaching-Karussell spielen darf.