Neuer Look bei den Bills: Brady und Moore finden ihre Rollen
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Neuer Look bei den Bills: Brady und Moore finden ihre Rollen

In Orchard Park beginnt für die Buffalo Bills ein Neuanfang. Quarterback Josh Allen und Offensiv-Koordinator Pete Carmichael arbeiten daran, dass das System von Headcoach Joe Brady greift. Carmichael war lange Jahre bei den New Orleans Saints tätig, Brady spielte dort 2017 und 2018 unter ihm. Jetzt kehren sie zusammen zurück, um die Bills-Offense zu modernisieren. Brady, erstmals als Head Coach tätig, trägt dabei gleich mehrere Rollen: Er ruft die Plays und hat das letzte Wort bei allen Entscheidungen der Offensive. Carmichael fungiert als erfahrener Anker und Gesprächspartner. Der 65-Jährige, der von 2009 bis 2023 die Saints-Offense koordinierte, bringt Video-Archiv und bewährte Konzepte mit. Gleichzeitig bleibt er offen für Bradys Ideen. "Wenn es Joe nicht gefällt, brauchen wir es nicht", sagte Carmichael. "Aber wenn ich denke: Hey Joe, das haben wir vor zwei Jahren gemacht, zeige ich das Video. Dann entscheidet Joe, ob er sich damit wohlfühlt und ob der QB das auch tut." Mit Drew Brees hat Carmichael schon einen Hall-of-Famer trainiert. Allen beschreibt er als "smooth" und vollkommen unkompliziert. "Er hat eine tolle Persönlichkeit", sagte Carmichael. "Wenn es Zeit ist, ernst zu werden, wird er ernst. Aber generell: Er geht raus und führt aus. Und seine Fähigkeiten sprechen für sich."

Noch wichtiger wird die Integration von DJ Moore, der größten Offseason-Akquisition der Bills. Carmichael ist begeistert von dem Wide Receiver. "Er ist smooth", sagte der Koordinator. "Wenn er den Ball nimmt, ist er plötzlich an den Gegnern vorbei." Mit so vielen neuen Gesichtern steht Chemie an erster Stelle. Allen plant, die Pass-Catcher zwischen dem Ende des Minicamp und dem Trainingslager zusammenzubringen, um die Abstimmung zu verbessern.

Ein anderer Name an der OTA verdient Beachtung: Travis Clayton. Der Engländer wurde 2024 in der siebten Runde gedraftet, kam über das International Player Pathway Program zu den Bills und verbrachte die erste Saison auf der Injured Reserve, dann auf der Practice Squad. Diese Woche passierte etwas Unerwartetes. Clayton, dessen 40-Yard-Dash bei der IPP Pro Day 4,79 Sekunden betrug, versuchte sich erstmals als Defensive Lineman. Ursprünglich sollte er als Offensive Tackle wachsen. "Wir haben ein Team-Bonding-Ding gemacht, 5-10-5 Shuttles", erzählte Clayton. "Ich bin gegen ein paar Defensive Backs ziemlich gut mitgekommen, und die D-Line-Coaches haben das gesehen und gesagt: Lass uns sehen, was dieser Kerl auf der anderen Seite tut." Clayton beschreibt das Tempo auf der Defense als schneller, aber weniger intensiv als die offensive Line-Arbeit. Nach den Trainingseinheiten arbeitete er mit den Linemen Javon Solomon und Andre Jones Jr. an seinen Footwork-Fundamentals.

Ballports-Take: Für deutsche Bills-Fans ist dieser Neuanfang spannend. Carmichael bringt NFL-Kontinuität, Brady symbolisiert einen frischen Start. Entscheidend wird, wie schnell Moore und Allen synchronisieren. Wenn die Chemie sitzt, kann Moore ein echter WR1-Game-Changer werden. Clayton wiederum ist eine Kuriosität mit Potenzial: Ein englischer Spieler, der defensive Reps bekommt, weil er athletisch auffiel. Das ist genau der Experimentierstoff, den Teams in den OTAs nutzen. Im Fantasy-Football-Kontext sollten Bills-Receiver dieser Saison auf der Watch-List stehen.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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