Zwei Tage nachdem die Connecticut Sun sie vom Waiver Wire zurückgeholt hatte, folgte nun der nächste Schritt: Point Guard Hailey Van Lith unterzeichnete einen Developmental-Vertrag bei den Sun. Das Angebot war nicht überraschend, denn mehrere Teams interessierten sich für die 2025er-Draft-Pick Nummer 11 der Chicago Sky. Van Lith entschied sich aber bewusst dafür, in Connecticut zu bleiben, weil sie dort die beste Entwicklungsmöglichkeit für ihre unmittelbare Zukunft sieht.
Das neue Collective Bargaining Agreement der WNBA erlaubt jedem Team, zwei Spieler mit weniger als vier Jahren Erfahrung auf einen Developmental-Roster-Platz zu setzen. Wer diesen Vertrag unterschreibt, darf maximal zwölf Spiele oder 25 Prozent der regulären Saison spielen, je nachdem welcher Wert größer ausfällt. Das Jahresgehalt für diese Position ist auf 750 Dollar pro Woche ausgelegt, plus Bonuszahlungen für tatsächlich gespielte Spiele.
Van Lith kam im Mai zunächst zu den Sun über die Waivers, nachdem Chicago sie fallen ließ. In ihrer bisherigen WNBA-Zeit zeigte sie gemischte Ergebnisse: Bei den Sky spielte sie in 29 Spielen durchschnittlich 3,5 Punkte in knapp über 12 Minuten, wurde aber durch eine Knöchelverletzung ausgebremst. Die Connecticut Sun, aktuell mit 1:8 Records, benötigten einen neuen Impuls, und Van Lith trug mit 8,1 Punkten und 2,2 Assists pro Spiel bereits bei, während sie dreimal in der Starting Five stand.
In ihrer College-Karriere an Louisville, LSU und TCU bewies Van Lith ihr Potenzial eindeutig. Sie wurde All-American und Player of the Year der Big 12 Conference, wofür sie von Scouts hochbewertet wurde. Jetzt bekommt sie bei den Sun die Chance, unter kontrollierten Bedingungen an ihrer Spielweise zu feilen, ohne konstant in der Rotation stehen zu müssen.
Ballports-Take: Van Lith hat eine kluge Entscheidung getroffen. Ein Developmental-Vertrag in der WNBA ist kein Rückschritt, sondern ein gezieltes Trainingsprogramm für junge Spieler, die noch nicht bereit für Vollzeit-Minuten sind. Connecticut bietet ihr Spielzeit in echten Spielen bei gleichzeitig weniger Druck, perfekt um die Knöchelverletzung komplett auszukurieren und ihre Point-Guard-Skills weiterzuentwickeln. Deutsche Basketball-Fans sollten Van Lith im Auge behalten, da solche Developmental-Verträge oft der Startpunkt für durchschlagende Rookie-Seasons im nächsten Jahr sind.