SAN ANTONIO - Die Oklahoma City Thunder haben in Game 4 der Western Conference Finals eine historisch schlechte offensive Leistung abgeliefert und verloren mit 82:103 gegen die San Antonio Spurs. Damit steht die Serie nach dem Ausgleich bei 2:2, Game 5 findet Dienstag in Oklahoma City statt. Das Desaster begann früh: Nach mehr als acht Minuten war Center Isaiah Hartenstein der einzige Thunder-Spieler, der zuverlässig Punkte machte. Dann kühlte auch er ab, und die restliche Offensive kam gegen die aggressive Spurs-Defense nicht in Fahrt.
Superstar Shai Gilgeous-Alexander erzielte nur 19 Punkte bei 6 von 15 Würfen und musste die gesamte Zeit über mit aggressiven Defensivmaßnahmen fertig werden. Der Grund: San Antonio Rookie Stephon Castle hatte die Hauptaufgabe auf ihm und hielt den zweimaligen MVP auf unfassbare 2 von 6 Würfen, wenn er ihn verteidigte. Alle außer einem von Gilgeous-Alexanders 15 Wurfversuchen waren umkämpft. "Sie haben uns gleich zu Anfang ins Gesicht geschlagen," sagte der Star. "Sie waren aggressiv, haben uns zu Ballverlusten gezwungen und waren körperlich dominant." Insgesamt leisteten sich die Thunder 20 Ballverluste, die San Antonio in 25 Punkte umwandelte.
Oklahoma City schoss nur 33 Prozent aus dem Feld und katastrophale 18,2 Prozent von der Dreierlinie. Das war die schlechteste offensive Leistung der Thunder seit Jahren. Zuletzt hatten sie mit 79 Punkten noch weniger erzielt, und das war am 2. Dezember 2021 gegen Memphis, damals noch in der Rebuilding-Phase. Für ein Team mit der besten Regular-Season-Bilanz der Liga handelt es sich um die schwächste Playoff-Performance seit 2013, als San Antonio die Miami Heat in Game 3 der Finals auf 77 Punkte hielt.
Trainer Mark Daigneault gab zu, dass seine Mannschaft zu fehlerhaft agierte: "Wir hatten nicht die Schärfe, nicht die Kraft und nicht die Präzision, um ihre Defense zu knacken. Sie waren defensiv hervorragend." Erschwerend kam hinzu, dass die Thunder ohne Jalen Williams (Oberschenkelzerrung) und Ajay Mitchell (Wadenverletzung) antreten mussten, zwei ihrer Top-Creator fehlten.
Auf Spurs-Seite dominierte Defensive Player of the Year Victor Wembanyama die defensive Seite: Er blockte drei Würfe, darunter ein spektakuläres Foul an einem Chet-Holmgren-Dunking-Versuch früh im Spiel. Holmgren selbst war offensiv ein Schatten seiner selbst und erzielte nur 10 Punkte bei 3 von 8 Würfen. Bemerkenswert: Am Spieltag erfuhr Holmgren, dass er zur All-NBA Third Team gewählt worden war, doch gegen Wembanyama und die Spurs läuft es für ihn nicht: In dieser Serie durchschnittlich 11,3 Punkte und 46,9 Prozent Feldwurfquote, nachdem er in den ersten zwei Runden gegen Phoenix und Los Angeles 18,6 Punkte bei 60 Prozent gemacht hatte.
Ballports-Take: Das ist für OKC ein Weckruf in einer Serie, die sich völlig offen entwickelt hat. Wenn die Thunder zu ihrer normalen Offensive zurückkehren können, ist Game 5 in Oklahoma City ihre Chance, wieder in die Favoritenrolle zu schlüpfen. Gilgeous-Alexander und Holmgren dürfen nicht noch mal so kalt erwischt werden. Für Fantasy-Basketball-Manager sind beide derzeit Vermeidungskandidaten, bis sie zeigen, dass sie gegen Wembanyama und Castles aggressive Defense wieder punkten können.