Cignetti verdrängt Smart von der Spitze der College-Football-Elite
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Cignetti verdrängt Smart von der Spitze der College-Football-Elite

Curt Cignetti sitzt jetzt auf dem Trainer-Thron. Nach zwei Jahren an der Indiana University hat der Coach das Unmögliche geschafft: Er führte ein Programm, das in 125 Jahren vorher nie zehn Siege in einer Saison erreicht hatte, zu einer nationalen Meisterschaft. Damit verdrängt er Kirby Smart von Platz eins der besten College-Football-Trainer, der die Rankings der letzten zwei Jahre dominiert hatte.

Die Zahlen sprechen für sich. Cignetti steht nach zwei Saisons in Bloomington bei 27 Siegen und nur zwei Niederlagen. Das sind zwei Siege mehr als jeder andere Coach in seinen ersten zwei Jahren an einer neuen Schule seit 1936 geschafft hat. Zum Vergleich: Kalen DeBoer brauchte zwei Saisons an der University of Washington und kam auf 25 Siege. Cignetti kam von der James Madison University, wo er 2023 eine 11-1-Bilanz aufgebaut hatte, bevor er nach Indiana wechselte.

Die Transformation des Programms ist historisch. Vor Cignetti war Indiana die Schule mit der schlechtesten Siegquote in der College-Football-Geschichte. Das Team hatte in 125 Jahren nur neun Siege zweimal erreicht, 1945 und 1967. Insgesamt drei Bowl-Spiele gewonnen in über einem Jahrhundert. Jetzt, mit Cignetti, liegt Indianas Siegquote bei .931. Zwei Saisons mit jeweils über zehn Siegen, eine nationale Meisterschaft dazu. Im vergangenen Jahr kamen drei Siege in Postseason-Spielen hinzu.

Bei der Abstimmung der ESPN-Reporter erhielt Cignetti 94 Punkte. Die Hälfte der Wähler setzte ihn auf Platz eins. Kirby Smart von der University of Georgia, Titelverteidiger in dieser Rangliste, kam auf 90 Punkte und rutschte auf Rang zwei ab. Smart hat mit Georgia zwei nationale Meisterschaften gewonnen, vier SEC-Titel geholt und fünf College Football Playoff-Auftritte vorzuweisen. Seine 117 Siege sind die zweithöchste Zahl, die ein Head Coach in seinen ersten zehn Saisons erreicht hat. Aber: Was Smart in Jahrzehnten aufgebaut hat, hat Cignetti in zwei Jahren geschafft. Gene Chizik war der letzte Coach, dem ein ähnliches Kunststück gelang. Er gewann 2010 in seiner zweiten Saison an der Auburn University die nationale Meisterschaft.

Für deutsche Football-Fans, die College Football verfolgen, zeigt sich hier etwas Grundsätzliches: Trainer-Rankings basieren auf der Frage, mit wem man lieber in die Zukunft gehen möchte, nicht wer die beste Karriere-Bilanz hat. Cignetti hat in kürzester Zeit bewiesen, dass er ein Programm von Grund auf umbauen kann. Smart hat Kontinuität und Erfolg über Jahre gezeigt. Beide sind exzeptionell, aber die Wahl fällt jetzt auf denjenigen, der gerade das scheinbar Unmögliche möglich gemacht hat.

Originalquelle: ESPN / CFBOriginal lesen →
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