Die College-Football-Saison rückt näher, und die Big 12 Media Days sind traditionell die Bühne, auf der Trainer ihre besten Sprüche loswerden. In diesem Jahr lieferten Deion Sanders, Joey McGuire und ihre Kollegen wieder reichlich Material für die Sportwelt.
Colorado-Coach Deion Sanders, der kommende Saison im Thursday-Night-Game gegen Georgia Tech in Atlanta startet, hatte auf die Frage, wie es sich anfühle, in die Stadt seiner NFL-Anfänge mit den Falcons zurückzukehren, eine prägnante Antwort parat. Mit einem Augenzwinkern erklärte Sanders, dass er die anderen Trainer unter Ausgangssperre stellen würde, nicht die Spieler. Der Hall of Famer spielte in Atlanta nicht nur American Football, sondern auch Baseball für die Braves und kennt die Stadt entsprechend gut. Das Comeback-Spiel gegen Georgia Tech ist ein Rückspiel, nachdem die Yellow Jackets Colorado in der vergangenen Saison 27:20 besiegt hatten.
Sanders steuerte noch einen weiteren Kommentar bei, der schnell viral ging. Auf die Frage, warum er nicht im neuen EA-Sports-Videospiel College Football 27 vertreten ist, antwortete der ehemalige Cornerback trocken: Wenn er nicht im Spiel sei, bedeute das, dass EA Sports nicht genug bezahlt habe.
Auch Arizona-Coach Brent Brennan war in Form. Der Trainer, bekannt für seine Schlagfertigkeit bei Pressekonferenzen, erschien mit Custom Socks, auf denen die Gesichter seiner Kinder und der Text "#1 Dad" zu sehen waren. Bei der Gelegenheit schwärmte Brennan von seinem Quarterback Noah Fifita. Er betonte, dass Fifita nicht nur samstags auf dem Spielfeld überzeugt, sondern auch jeden anderen Tag der Woche Leistung abruft.
Arizona State Coach Kenny Dillingham nutzte die Media Days ebenfalls für einen humorvollen Seitenhieb. Auf eine Frage des Sun Devils Running Back Kyson Brown, der den Spitznamen "Sipp" trägt, antwortete Dillingham, dass er Brown zuletzt in College Football 27 um 40 Punkte geschlagen habe. Deshalb könnten sie gerne nochmal spielen, aber dann sollte Brown lieber jemand anderen aus dem Kader nehmen. Das Geplänkel zwischen Coach und Spieler zeigte, dass die Media Days längst nicht nur ernst gemeinte Analysen liefern.
BYU-Coach Kalani Sitake wiederum nutzte die Gelegenheit, um seiner Verbundenheit zu Texas Tech Ausdruck zu geben. Auch wenn BYU letzte Saison das Big 12 Championship Game gegen die Red Raiders verloren hatte, erklärte Sitake, dass Coach Joey McGuire "sein Mann" sei. Die beiden Trainer pflegten eine echte Freundschaft, und Sitake deutete augenzwinkernd an, dass McGuire das Geheimnis zu seinem Herzen kannte: eine gute Mahlzeit.
Die Big 12 Media Days zeigen jedes Jahr aufs Neue, warum diese Events für College Football mehr sind als nur Routine-Pressekonferenzen. Wenn Trainer wie Sanders und Brennan den Mikrophonen zu Wort kommen und die Konversation vom X-and-O-Kalkül abweicht, entstehen die Momente, die in der Community haften bleiben. Für deutschsprachige College-Football-Fans sind solche Einblicke in die Kultur der Power Conferences wertvoll, denn sie zeigen, wie Trainer ihre Teams führen und mit welcher Persönlichkeit sie arbeiten. Sanders' Rückkehr nach Atlanta wird eine Geschichte sein, die Beobachter im Blick behalten sollten.