Bickerstaff kritisiert Noris Portland-Vertrag scharf
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Bickerstaff kritisiert Noris Portland-Vertrag scharf

Die Basketball-Trainergemeinde ist in Aufruhr. J.B. Bickerstaff, Präsident der National Basketball Coaches Association und Trainer der Detroit Pistons, hat den Vertrag von Micah Nori bei den Portland Trail Blazers öffentlich angegriffen. Er nenne die Struktur einen "Schlag ins Gesicht unseres Wertes", sagte Bickerstaff ESPN. Andere Trainer im League schlossen sich dieser Kritik an, wollten sich aber nicht öffentlich äußern.

Noris Deal mit Portland ist unkonventionell aufgebaut. Der 52-Jährige erhält nur ein garantiertes Jahr, während die Trail Blazers Optionen auf das zweite und dritte Jahr halten. Das Grundgehalt liegt unter dem Marktstandard, dafür gibt es leistungsabhängige Bonuszahlungen basierend auf den Erfolgen des Teams. Für einen First-Time-Head-Coach, der die letzten fünf Saisons als Lead Assistant bei den Minnesota Timberwolves arbeitete, ist das ein riskantes Arrangement.

Nori ist in der Liga beliebt und hochgeschätzt. Er hatte sich in den vergangenen Jahren auf mehrere Head-Coach-Positionen beworben, bevor ihn neuer Portland-Besitzer Tom Dundon und General Manager Joe Cronin holten. Deren Suche lief bereits während der Regular Season informell ab, während Interimstrainer Tiago Splitter die Trail Blazers in die Playoffs führte.

Bickerstaff betonte, dass er sich für Nori freut, aber besorgt über die Präzedenzwirkung ist. "Ich verstehe seine Geschichte und seinen Weg zu dieser Gelegenheit, und ich will ihm diesen besonderen Moment nicht nehmen, für ihn und seine Familie und einen Job, den er sich verdient hat", sagte Bickerstaff. "Das ist das Wichtigste. Aber ich denke, er wurde in eine Situation gebracht, in die er nicht hätte geraten sollen, weil die Vertragsstruktur ihn zwingt, eine solche Entscheidung zu treffen." Der Trainer kritisierte, dass jemand Noris Traum ausnutzt und die Arbeit von Coaches in der NBA abwertet. "Man denkt an die Opfer, die Zeit, das Wachstum, das Coaches der NBA gebracht haben, und dann kommt jemand und versucht, diese Arbeit zu entbewerten. Das ist extrem enttäuschend."

Rick Carlisle, Trainer der Indiana Pacers und Noris Vorgänger als Präsident der Coaches Association, äußerte sich diplomatischer. Er lobte Nori als hervorragende Verpflichtung, wollte sich zum Vertrag aber nicht äußern. Die Trail Blazers selbst wollten kein Statement abgeben. Noris Agent Bret Just, der auch Bickerstaff und weitere NBA-Trainer vertritt, lehnte ebenfalls ab zu kommentieren.

Dundon, der im März die Trail Blazers für 4,25 Milliarden Dollar übernahm, hat sich bereits durch aggressive Sparmaßnahmen hervorgetan. Er ließ Two-Way-Spieler während der Playoffs nicht mitreisen und sparte bei Hotel-Checkout-Gebühren für Mitarbeiter. Diese Praktiken zogen bereits Kritik auf sich.

Dass Dundon und Cronin Kandidaten für den Head-Coaching-Job bereits während der laufenden Saison mit Splitter als Interimstrainer sprachen, stieß ebenfalls auf Kritik. Der ehemalige Head Coach Chauncey Billups war zuvor wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit einem illegalen Glücksspielring unter Anklage gestellt worden.

Die Sache zeigt ein grundsätzliches Problem in der NBA: Während etablierte Stars und Front-Office-Leute Langzeitverträge mit hohen Garantien bekommen, müssen Coaches sich oft mit unsicheren Deals arrangieren. Für deutsche Fans, die die NBA verfolgen, wird das Thema spannend, wenn es um die Bedeutung von Trainerautorität und Stabilität geht. Ein Coach ohne finanzielle Sicherheit hat weniger Verhandlungsmacht und könnte schneller unter Druck geraten, wenn die Ergebnisse ausbleiben. Noris Fall wird zeigen, ob diese Art von Vertragsstruktur Standard werden kann oder ob die Coaches Association erfolgreich dagegen ankämpft.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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