Travis Hunter ignoriert die Zweifel an seiner Doppelrolle
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Travis Hunter ignoriert die Zweifel an seiner Doppelrolle

Travis Hunter hat sich längst daran gewöhnt, dass Menschen über seine Karriere diskutieren, bevor er sie gelebt hat. Seit die Jacksonville Jaguars ihn mit dem zweiten Pick des 2025er Drafts ausgewählt haben, folgt ihm die Frage: Sollte er wirklich auf beiden Seiten des Platzes spielen? Oder lieber nur Cornerback? Oder nur Wide Receiver? Hunter winkt das weg. "Es hat mich nicht gestört", sagte der 22-Jährige bei einem Termin in einem Jacksonville Planet Fitness, wo er ein High School Summer Pass Programm bewirbt. "Die machen das meine ganze Karriere lang."

Was Hunter durchgemacht hat seit Oktober, erklärt vielleicht, warum ihn solche Diskussionen nicht mehr aus der Ruhe bringen. Nach der 35:7-Niederlage gegen die Los Angeles Rams im Wembley Stadium am 19. Oktober riss er sich beim Training am 30. Oktober das laterale Seitenband im rechten Knie. Operation am 11. November. Reha während der restlichen Saison. Und jetzt, Anfang des Offseason-Programms, erste limitierte Trainingseinheiten. Durch all das hindurch haben sich General Manager James Gladstone und Head Coach Liam Coen nicht bewegt: Hunter wird 2026 als Cornerback starten und auf der Defense spielen. Aber ja, er wird auch Zeit auf Offense bekommen.

Das wurde bei der ersten Organized Team Activity besonders deutlich. Während des zweistündigen Trainings am Dienstag verbrachte Hunter die gesamte Zeit mit der Offense. Ein Helm war nicht dabei, individuelle Drills nur im begrenzten Umfang, aber Hunter stand im Huddle, hörte den Spielaufruf, lief hinter der Formation mit und positionierte sich korrekt, als würde er den Play ausführen. An der Seitenlinie hielt er ein Funkgerät und lauschte den Aufrufen.

Coen sprach danach über Hunters Engagement auf dem Platz und machte dann etwas Interessantes deutlich: Der Großteil von Hunters Vorbereitung läuft in der virtuellen Walkthrough-Room ab, wo er Defensive Back spielen kann. "Du kannst da reingehen und im Grunde ein komplettes Spiel spielen", erklärte Coen. "Aus der Perspektive eines Defensive Backs siehst du nur die Linebacker, die D-Line und die Offense. Also kann er da eine halbe Stunde reingehen, ein Spiel spielen und los geht's. Du wirst nicht alle Receiver-Routes sehen können und wie sie sich entfalten, aber Alignment, Zuordnung, Calls und Anpassungen an Formationen sind für ihn extrem wertvoll."

Dieser virtuelle Raum ist Hunters Zuhause im Training. Zwei bis drei Mal täglich, jeweils 25 bis 30 Minuten. In dieser Zeit sammelt er Reps, die er draußen auf dem Platz noch nicht absolvieren kann. Hunter selbst bestätigt das: "Ich gehe da jeden Tag rein, 15, 30 Minuten über den Tag verteilt", sagte er. "Und kontinuierlich fahre ich Reps ab. Ich kann 30, 40 Reps in 15 Minuten machen, jedes Mal wenn ich reingehe." Wichtig für ihn zu betonen: Der virtuelle Raum funktioniert in beide Richtungen. Er trainiert dort nicht nur Defense.

Sein letztes Spiel vor der Verletzung war seine beste Offensive-Performance als Profi. Gegen die Rams in London in Woche 7 fing Hunter acht Pässe für 104 Yards und seinen ersten NFL-Touchdown. Dann kam die Verletzung und unterbrach alles. Jetzt arbeitet er sich zurück und lässt die Debatte einfach laufen.

Ballports-Take: Für deutsche Fans, die Hunter verfolgten und von seiner Verletzung gehört haben, ist das Signal aus Jacksonville beruhigend: Der Spieler ist zurück im Prozess, und die Jaguars machen kein Geheimnis aus ihrem Plan. Die Doppelrolle wird kommen, aber erst wenn Hunter zu 100 Prozent fit ist. In Fantasy-Football-Szenarien bleibt Hunter derzeit auf der Beobachtungsliste, nicht im Draft. Der Rookie-Status und die Rehabilitation nach einem schweren Knietrauma machen ihn 2026 noch zu viel Risiko, auch wenn sein Upside in beiden Positionen enorm ist. Wer ihn monitort, sollte auf Offseason-Updates achten und vor allem auf die Freigabemeldung warten.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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