Caitlin Clark bricht Schweigen zu Hass und Drohungen
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Caitlin Clark bricht Schweigen zu Hass und Drohungen

Caitlin Clark hat am Freitag erstmals öffentlich gegen die Welle von Hass und Bedrohungen Stellung genommen, die sie, die Fever und andere WNBA-Spielerinnen in den vergangenen Tagen erlebt haben. "Die Belästigung, der Hass. Das ist nicht in Ordnung", sagte die zweimalige WNBA All-Star. "Es darf niemals Fragen zum Charakter geben. Ich bin immer dafür eingestanden und das ist wirklich das, woran ich glaube, so bin ich erzogen worden. Also das ist nicht in Ordnung und ich möchte nicht, dass irgendjemand das durchmachen muss."

Der Ausbruch kam, nachdem mehrere Spielerinnen und Trainer in den letzten Wochen mit Drohungen und verbalen Angriffen konfrontiert wurden. Die Phoenix Mercury Veteranin Alyssa Thomas erhielt Todesdrohungen und wurde mit rassistischen Beleidigungen konfrontiert, nachdem sie für eine Einjahres-Sperre suspendiert worden war. Der Grund: Sie hatte Clark in der zweiten Quarter eines Spiels, den Phoenix 111-109 gewann, am Hals gegriffen. "Ich denke, für die Liga insgesamt hat es so viel mehr Toxizität gegeben, Rassismus, Homophobie. Das ist absolut inakzeptabel", sagte Fever Head Coach Stephanie White auf einer Pressekonferenz.

Clark äußerte auch Frustration darüber, wie lange und intensiv über die Auseinandersetzung diskutiert wurde. "Als ich den Fernseher anmachte und das Spiel war Mittwoch und alle redeten nur davon. Ich finde, das ist eine Ungerechtigkeit für den Rest unserer Liga", sagte sie. "Ich verstehe, man muss darüber sprechen, aber dann immer wieder darauf herumzureiten und die Erzählung woanders hinzuziehen, das ist wirklich nicht akzeptabel."

Die WNBA hat bereits mehrere Maßnahmen gegen Online-Hass eingeleitet. Die Liga setzt Künstliche Intelligenz ein, um Drohungen und Belästigungen auf Social-Media-Plattformen schneller zu erkennen und zu bekämpfen. Zusätzlich wurde der Zugang zu vertraulichen Ressourcen für psychische Gesundheit erweitert. Die WNBA Players Union verschickte vergangene Woche einen Brief an ihre Mitglieder, in dem sie unmissverständlich Position bezog: "Wir wissen, dass leidenschaftliche Diskussionen und engagierte Fans Teil des Sports sind. Drohungen, Belästigung und besonders Todesdrohungen gegen Spielerinnen oder deren Familien sind das nicht. Das ist völlig inakzeptabel und muss uneingeschränkt, öffentlich und sofort verurteilt werden."

Clark wird die kommenden Spiele zunächst von der Seitenlinie aus verfolgen. Sie verarbeitet eine Rückenverletzung, die sie sich bei der Auseinandersetzung mit Phoenix zugezogen hat. Am Freitag konnte sie immerhin ins Training gehen und signalisierte, dass es ihr besser geht. Sie ist optimistisch, bald zurückkehren zu können. Die Fever treten am Sonntag gegen die Las Vegas Aces an.

Für deutsche Basketballfans ist dieser Vorfall eine wichtige Erinnerung daran, dass auch in professionellen Sportligen die Grenzen zwischen Leidenschaft und Respektlosigkeit verschwimmen können. Clark ist eine der großen Hoffnungsträgerinnen der WNBA und genießt auch hierzulande wachsendes Interesse. Dass sie sich bewusst Zeit für ein Statement nimmt und nicht einfach weitermacht, zeigt Verantwortung. Die WNBA und ihre Spielerinnen senden damit ein klares Signal: Sportliche Rivalität ja, aber nicht auf dem Rücken von Sicherheit und Menschenwürde. Das sollte für jeden Fan, egal in welcher Liga, selbstverständlich sein.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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