Natasha Cloud findet neues Zuhause bei den Chicago Sky
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Natasha Cloud findet neues Zuhause bei den Chicago Sky

Natasha Cloud stand kaum zwei Schritte in der Wintrust Arena, da wurde sie schon zum ersten Mal angehalten. Spieler, Trainer, zufällige Besucher – alle kannten sie, obwohl sie erst am 4. Mai zu den Chicago Sky gestoßen war und noch kein Heimspiel absolviert hatte. Nach elf Jahren in der WNBA verfügt Cloud über ein riesiges Netzwerk in der Liga, und das zahlte sich sofort aus.

Beim Heimdebüt am Mittwoch gegen die Dallas Wings (89:99-Niederlage) zeigte Cloud sofort, was die Sky von ihr erwarten können. Sie erzielte saisonhoch 21 Punkte, holte sich acht Rebounds und verteilte fünf Assists. Ihr bestes Spiel kam in der dritten Viertelzeit, als sie nach einem schnellen Dribble Drive einen Reverse Layup vollendete und die heimische Crowd zur Ekstase trieb. Die Energie wirkte überhaupt nicht nach einer Spielerin, die sich erst eingewöhnen muss – es war die gleiche gregäre No. 9, die vor dem Spiel zur Musik von 310babii tanzte wie eh und je.

Dabei war der Weg hierher alles andere als einfach. Cloud hatte gehofft, mehr Aufmerksamkeit in der Free Agency zu bekommen. Am Ende führten nur Dallas und Chicago echte Gespräche mit ihr. Die New York Liberty, ihr früherer Klub, machte ihr gar kein Angebot. Cloud beschrieb diese Zeit als hart und rätselhaft zugleich. Sie habe sich fragen müssen, welcher Weg vor ihr liegt. Chicago sei die Antwort gewesen, sagte sie, und jetzt wende sie sich einem neuen Kapitel zu. Manche Beziehungen endeten eben ohne Abschluss – aber das bedeute nicht, dass man nicht vorankomme oder nicht dankbar für die vergangene Zeit sei.

Coach Tyler Marsh bestätigte, dass Cloud anfangs krank war und nicht direkt trainieren konnte. Sie fehlte auch im Season-Opener, doch die Vorbereitung lief schnell ab. Cloud wurde erst fünf Tage vor dem Saisonstart unterschrieben. Marsh bescheinigte ihr, dass eine erfahrene Veteranin wie sie viele Dinge einfach intuitiv mitbringe. Sobald sie die Terminologie und die Systeme des Teams verinnerlicht habe, passe alles nahtlos zusammen.

Besonders beeindruckt von Cloud ist die junge Mannschaft. Kamilla Cardoso, die 2024 als No. 3 gepickt wurde, gilt als Spielerin ohne natürlich aggressive Ausstrahlung. Doch beim Namen Cloud bekam sie sofort ein Lächeln ins Gesicht. Cardoso betonte, dass Cloud seit dem ersten Training für sie da sei und sie ständig ermutige. Sie erzähle ihr, wie großartig sie sei und dass niemand ihr etwas anhaben könne – genau das, was eine junge Spielerin mit Selbstzweifeln braucht.

Dallas siegte mit starken Einzelleistungen. Paige Bueckers kam auf 24 Punkte und erzielte damit das dritte Mal diese Saison über 20 Punkte. Jessica Shepard stellte mit 18 Punkten, 12 Assists und 10 Rebounds ihren zweiten Triple-Double der Karriere auf. Arike Ogunbowale trug 23 Punkte bei und versenkte zwei Dreier während eines 8:0-Laufs in den letzten drei Minuten. No. 1 Pick Azzi Fudd kam von der Bank und erzielte 12 Punkte.

Ballports-Take: Cloud verkörpert etwas, das in jungen Teams Gold wert ist: unaufgeforderte Führung durch Erfahrung. Sie wurde nicht geholt, um die Offense zu transformieren, sondern um junge Spielerinnen wie Cardoso zu stabilisieren und ihnen zu zeigen, wie Profitum funktioniert. Für deutsche Fans, die die Sky verfolgen, ist Cloud eine Vetranin, die sofort sichtbar macht, woran es vorher fehlte. Die Niederlage gegen Dallas ist egal – wichtig ist, dass Cloud ankommt und Wirkung zeigt. Das ist das Gegenteil von einem No-Show Free Agent. Sie wird ein Faktor in den Playoffs sein, wenn die Sky sie brauchen.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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