Die erste Wahl im NBA Draft ist die wertvollste Währung im Basketball. Sie gibt einem Team die Chance, einen generationalen Spieler zu verpflichten und die eigene Zukunft umzugestalten. Zwei Franchises haben diesen Vorteil häufiger gehabt als alle anderen: die Washington Wizards und die Cleveland Cavaliers.
Die Wizards stehen mit sieben ersten Picks an der Spitze. Sie begannen damit bereits 1951, als die damaligen Baltimore Bullets Gene Melchiorre wählten. Über die Jahrzehnte folgten weitere Top-Picks, darunter 2010 John Wall und 2001 Kwame Brown. Erst kürzlich sicherten sich die Wizards 2026 mit AJ Dybantsa den Gesamterstplatzierten, was zeigt, dass diese Franchise weiterhin mit hohen Wahrscheinlichkeiten am Anfang des Drafts auswählt.
Die Cavaliers folgen knapp mit sechs ersten Picks. Doch ihre Bilanz ist sportlich deutlich erfolgreicher. 2003 wählten sie LeBron James, elf Jahre später Kyrie Irving. Mit diesem Duo gewannen die Cavaliers 2016 die NBA-Meisterschaft. Weitere Top-Picks wie Brad Daugherty 1986, Anthony Bennett 2013 und Andrew Wiggins 2014 zeigen, dass Cleveland regelmäßig am Anfang des Drafts agierte.
Weitere starke Draft-Frequenzen weisen die Houston Rockets mit fünf Picks auf, darunter die legendären Ralph Sampson 1983 und Hakeem Olajuwon 1984. Die Sacramento Kings kommen ebenfalls auf fünf erste Picks, wobei die Cincinnati Royals in den 1950er und 1960er Jahren Oscar Robertson, Bob Boozer und Hot Rod Hundley auswählten.
Die Atlanta Hawks, Golden State Warriors, Milwaukee Bucks, New York Knicks, Orlando Magic, Philadelphia 76ers und Portland Trail Blazers verfügen jeweils über vier Gesamterste Picks. Darunter befinden sich Franchises mit großem Draft-Erfolg: Die Warriors hatten 1995 mit Joe Smith einen Fehlgriff, aber Joe Barry Carroll 1980 brachte Stabilität. Die Bucks wählten 1969 Kareem Abdul-Jabbar und holten sich damit eine Franchise-Legende. Die Magic sicherten sich 1992 Shaquille O'Neal und 2004 Dwight Howard.
Auf der anderen Seite gibt es Teams, die nie einen Gesamterstplatzierten auswählten. Denver Nuggets, Indiana Pacers, Miami Heat, Oklahoma City Thunder und Memphis Grizzlies gehören nicht zur Gruppe der Top-Pick-Franchises. Diese Teams bauten sich durchweg über andere Wege auf, sei es durch geschickten Handel, solide Draft-Arbeit in späteren Runden oder durch Free-Agent-Signings.
Für deutsche NBA-Fans ist dieser Überblick relevant, weil er zeigt, wie Franchises langfristig strukturiert sind. Teams wie die Wizards und Cavaliers, die regelmäßig am Anfang des Drafts auswählen, haben typischerweise längere Phasen mit schwächeren Leistungen erlebt, was ihnen aber die Chance gibt, mit Superstars neu zu starten. Teams ohne diese Picks haben andere Strategien entwickelt, etwa Miami Heat mit seinem fokussierten Scouting oder Oklahoma City Thunder mit cleveren Trades. Der Draft-Verlauf eines Teams erzählt die Geschichte seiner letzten Jahre.