Jack Campbell sitzt noch immer in seiner nassen Trainingsausrüstung, als er in den Medienraum des Meijer Performance Center kommt. Die Detroit Lions haben gerade Phase 3 ihrer Organized Team Activities absolviert, und der All-Pro-Linebacker hat gerade sein neues Vier-Jahres-Vertrags-Extension im Wert von 81 Millionen Dollar zum ersten Mal öffentlich kommentiert. Campbell macht gleich klar, worum es bei den Verhandlungen ging: Er wollte einfach nur bei den Lions bleiben. Punkt.
Der Vertrag bindet ihn bis zur Saison 2030 und garantiert ihm 51,5 Millionen Dollar. Es ist ein fairer Deal, sagt Campbell, und das wichtigste ist nicht die absolute Höhe der Zahlen gewesen. "Ich habe bereits mehr als genug", erklärt er. "Für mich ging es um das Prinzip. Ich will in die Elite-Kategorie gehören, weil ich ein Elite-Linebacker bin. Das haben Brad Holmes und die Verantwortlichen oben auch so gesehen." Campbell betont, dass er nicht der bestbezahlte Linebacker der Liga sein musste, um glücklich zu sein. Sein Fokus lag darauf, den Kern des Teams zusammenzuhalten und das Franchise zu unterstützen.
Die Lions hatten im Vormonat die fünfte Option von Campbells Rookie-Vertrag für die Saison 2027 nicht gezogen, aber Campbell verstand die geschäftliche Logik dahinter. Er blieb professionell in seinen Gesprächen mit GM Brad Holmes und wusste am Ende, dass der Deal beide Seiten zufriedenstellt. Der Weg dorthin war lang. Campbell erinnert sich an seinen Draft-Abend im Jahr 2023, als die Lions ihn an Position 18 aus Iowa ausgewählt hatten. Seinerzeit waren viele Experten kritisch: Erst hatten die Lions Jahmyr Gibbs als Running Back geholt, dann kam Campbell als Linebacker nur sechs Picks später. Ein CBS-Sports-Artikel beschrieb es später als "wahrscheinlich den schlechtesten Pick in der NFL-Geschichte". Campbell behielt diese Kritik, aber nicht um sich zu revanchieren. "Es war nicht darum, ihnen zu beweisen, dass sie Unrecht haben", sagt er. "Es war darum, den Menschen recht zu geben, die an mich geglaubt haben."
Dieses Vertrauen zieht sich durch Campbells ganzes Leben. Schon in der High School wollten Iowa und Iowa State ihn rekrutieren, Minnesota machte ihm ein Angebot. "Das ist etwas, das ich mein ganzes Leben lang mit mir trage", erklärt Campbell. "Es war also wirklich nichts Neues. Ich wusste, was für ein Spieler ich werden würde." Die Saison 2025 bewies, dass Campbell dieses Selbstvertrauen zu Recht hatte. Er bekam First-Team All-Pro-Ehren und spielte sich ins Pro Bowl. Mit 176 Tackles (Teamhochstand), neun Tackles for Loss, fünf Sacks und vier Passes Defended wurde er zum konsistentesten Defender der Lions. Ein Spieler, den das Franchise langfristig halten wollte.
Ballports-Take: Campbell ist die seltene Mischung aus Top-Talent und Teamplayer, die Franchises am liebsten langfristig binden wollen. Für deutsche Fans, die die Lions verfolgen, ist das eine beruhigende Nachricht: Der defensive Leader bleibt, und der Kern des Teams kann weiter zusammenwachsen. In der Fantasy-Football-Perspektive ändert sich für Campbell wenig, er war ohnehin ein Locked-in-Spieler. Wichtiger ist, dass Detroit damit zeigt, dass es in dieser Phase seiner Entwicklung auf Kontinuität setzt. Ein Linebacker mit seiner Tackle-Quote und seinen Sacks bleibt eine konstante Kraftquelle in Defenses, und bei den Lions wird er auch die nächsten Jahre das Rückgrat bleiben.