Warriors planen Neuausrichtung statt Last-Minute-Trades
← NewsNBA

Warriors planen Neuausrichtung statt Last-Minute-Trades

Steve Kerr ist zurück als Trainer der Golden State Warriors, und mit ihm kommt eine fundamental andere Philosophie. Während die vergangenen Jahre von der Hoffnung geprägt waren, noch schnell einen Championship zu gewinnen, hat sich die Realität durchgesetzt. Kerr sprach bei seiner Rückkehr Klartext: "Zum ersten Mal seit unserem verletzungsgeplagten Jahr 2019-20 sitzen wir nicht hier und sagen, hey, wir können einen Championship gewinnen." Die Warriors-Verantwortlichen haben sich intern auf ein neues Verständnis von Erfolg einigen müssen. Konkret bedeutet das: keine teureren Trades für marginale Upgrades, keine massiven Giveaways an Draft-Picks. "Das hätte vor vier Jahren gemacht werden sollen", sagte eine hochrangige Person aus der Front Office. "Aber nicht jetzt."

Die Giannis-Antetokounmpo-Gespräche waren lange ein Testfall für die alte Strategie. Noch im Februar an der Trade Deadline führten die Warriors aggressive Diskussionen mit den Milwaukee Bucks und signalisierten Bereitschaft, ihre komplette Draft-Kapelle auszuräumen. Im Offseason änderte sich das Bild: Die Warriors hielten sich bei neuen Verhandlungen mit Milwaukee deutlich zurück. Ein klares Zeichen für den Richtungswechsel.

Wäre LeBron James auf dem Markt, würden die Warriors zuschauen. Die Informationen, die Warriors-Entscheidungsträger sammeln, deuten aber darauf hin, dass James bei den Lakers bleibt. Sollte die Tür überraschend aufgehen: Die Warriors könnten ihm die volle nontaxpayer Midlevel Exception anbieten, etwa 15,1 Millionen Dollar, ein niedriges Risiko mit interessantem Upside. Sie könnten Stephen Curry in eine Recruitment-Anstrengung einbeziehen. Aber bis dahin wird nicht aktiv geklopft.

Andere Namen sind realistischer. Kawhi Leonard bei den LA Clippers zum Beispiel. Die Warriors checkten ihn vor der Trade Deadline durch, die Clippers waren diesmal offener als früher, aber Owner Steve Ballmer lehnte ab. Leonard würde Spieler plus Draft-Picks kosten und eine große Extension brauchen. Zu riskant für einen Nicht-Championship-Modus. Trey Murphy III von den New Orleans Pelicans ist interessanter. Der 25-jährige Wing passt zum Kerr-System und würde die Warriors jünger machen. Jahrelang haben Scouts ihn im Visier gehabt. New Orleans hat ihn eng gehalten, signalisiert aber Interesse, im Geschäft aktiv zu werden.

Für deutsche Warriors-Fans bedeutet das eine Art Neustart ohne Wundertüte. Die Ära "schnell noch einen Star holen" ist vorbei. Stattdessen fokussiert sich die Organisation auf langfristige Stabilität und junge Talente. Das macht Championship-Vorhersagen schwer, aber es ist ehrlich. Wer die Warriors die nächsten Jahre beobachtet, sollte nicht auf einen großen Trade hoffen, sondern auf kluge Kleintransaktionen und interne Entwicklung achten.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
← Alle News