Die Utah Jazz haben Walker Kessler ein Angebot über etwa 140 Millionen Dollar in fünf Jahren unterbreitet. Damit würde der Center den größten Vertrag in der NBA-Geschichte für einen spieler erhalten, der noch nie ins All-Star-Team gewählt wurde. Nur: Kessler und die Jazz sind sich offenbar nicht einig geworden. Zwischen beiden Seiten klafft nach wie vor eine erhebliche Lücke, wie ESPN aus Quellen aus dem Umfeld erfuhr.
Der 2,18 Meter große Kessler zählt zu den besten Shot Blockern und Reboundern der Liga. In der vergangenen Saison kam er wegen einer Operation an der Schulter nur in fünf Spielen zum Einsatz. Doch in der Saison 2024-25, bevor er sich verletzte, lieferte er beeindruckende Zahlen ab: 2,4 Blöcke pro Spiel (Platz zwei der Liga), 12,2 Rebounds (Platz fünf), 11,1 Punkte im Schnitt bei einer beachtlichen Feldwurfquote von 66,3 Prozent. Trotz dieser Leistungen konnte sich die Jazz und ihr Center bislang nicht auf einen langfristigen Deal einigen.
Die Jazz behalten als Restricted Free Agent das Recht, jedes Angebot-Sheet zu matchen, das Kessler von einem anderen Team erhält. Falls es zu keiner Einigung kommt, wird sich zeigen, ob Utah bereit ist, seinen Spieler in die Restricted Free Agency gehen zu lassen oder ob er ein Match erhält.
Auch bei Guard Keyonte George deutet sich an, dass eine Rookie-Extension-Vereinbarung fraglich ist. George durchlebte eine bemerkenswerte Metamorphose: Nach schwachen ersten zwei Saisonen legte er 2025-26 massiv zu und erzielte durchschnittlich 23,6 Punkte und 6,1 Assists bei einer True Shooting Percentage von 0,609. Damit verbesserte er seine Effizienz drastisch. Obwohl die Jazz optimistisch sind, dass George eine Schlüsselrolle in Utahs Zukunft spielen wird, hat das Franchise Bedenken. Die Front Office will erst sehen, ob der Guard seine Leistungssteigerung in der kommenden Saison bestätigt, bevor man ihn mit einem nahezu maximalem Rookie-Extension-Vertrag ausstattet. Wie bei Kessler sind die Jazz auch hier bereit, einen Grundpfeiler ihres Teams in die Restricted Free Agency gehen zu lassen.
Im anstehenden NBA Draft halten die Jazz die zweite Gesamtauswahl. Top-Prospect Darryn Peterson von der University of Kansas hat jedoch signalisiert, dass er kein Interesse an einem Besuch in Utah hat. Peterson will sich nur den Washington Wizards vorstellen, die Pick Nummer eins halten. Sein Konkurrent AJ Dybantsa von der Brigham Young University hat dagegen beide Teams besucht und behält sich alle Optionen offen.
Für deutsche NBA-Fans, die Utah verfolgen, ist das Jahr ein Wendepunkt. Die Jazz bauen um und müssen entscheiden, welche ihrer Talente sie langfristig halten. Bei Kessler ist klar: Ein 7-Footer mit dieser Defense-Qualität ist im modernen Basketball Gold wert, die Verhandlung wird also nicht endgültig scheitern. Bei George dagegen könnte es klüger sein, ihn erst in einem Full-Season-Rhythmus zu beobachten, ehe man massiv in ihn investiert. Der Draft mit den Top-Prospects könnte für Utah trotzdem ein Neustart werden, auch wenn Peterson nicht kommt.