Trae Young wird die Washington Wizards nicht verlassen. Der viermalige NBA All-Star unterzeichnet einen Vierjahres-Vertrag im Wert von etwa 212 Millionen Dollar mit einer Player Option im vierten Jahr. Young hatte seinen 49-Millionen-Dollar Player Option bei Atlanta abgelehnt und signalisierte damit Interesse an einer langfristigen Bindung. Der Trade im Januar schien zunächst eine Übergangslösung: Nach einer Knieverletzung im Oktober spielte Young nur fünf Spiele für die Hawks, bevor Washington ihn gemeinsam mit CJ McCollum und Corey Kispert verpflichtete.
Der Deal ist bemerkenswert, weil Young bewusst nur Washington wollte. Im Januar machte der Point Guard klar, dass er sich nicht auf dem freien Markt umsehen würde. Stattdessen konzentrierte sich alles darauf, ihn zu den Wizards zu holen. Das Paket, das Young jetzt unterzeichnet, liegt unter dem Maximum-Salary, das er anderswo hätte bekommen können, entspricht aber genau dem, was er sich auch von einem anderen Team hätte sichern können.
Die Wizards glauben an das Potenzial dieser Konstellation. Sie haben Young und Anthony Davis, den sie im Vorjahr ebenfalls akquirierten, als mögliches All-Star-Duo positioniert. Dazu kommt ein junger Kern bestehend aus Alex Sarr, Kyshawn George, Tre Johnson, Will Riley und Bub Carrington. Am Draft am Dienstag werden die Wizards außerdem an Position eins auswählen. GM Will Dawkins sagte der ESPN, dass Young in seinen wenigen Spielen für Washington bereits zeigte, was er bewirken kann. Seine Fähigkeit, Verteidigungen zu zerlegen und Mitspieler freizuspielen, sei genau das, was diese junge Mannschaft benötigt.
Young spielte in der abgelaufenen Saison insgesamt nur 15 Spiele für beide Teams kombiniert und kam auf durchschnittlich 17,9 Punkte und 8,0 Assists. Nach einer achtjährigen Karriere mit einem Schnitt von 9,8 Assists pro Spiel war die Verletzungspause unglücklich getimed, dennoch scheint Young und die Wizards jetzt auf einem gemeinsamen Weg zu sein. Beide Seiten versprechen sich motivation und den Willen, es dieser Saison richtig zu versuchen.
Für DACH-Basketball-Fans ist Youngs Entscheidung ein Signal, dass die Wizards ihre Ambitionen ernst meinen. Mit Young als Spielmacher und Davis im Low Post hat Washington tatsächlich die Bausteine für einen kompetitiven Kader. Ob das reicht, um in der Eastern Conference Playoffs zu erreichen, wird sich zeigen. In der Fantasy-Liga steigt Youngs Wert durch die Garantie auf Spielzeit und die Unterstützung durch einen etablierten Star wie Davis. Deutschsprachige NBA-Fans sollten die Wizards im kommenden Jahr intensiver beobachten, denn mit diesem Kern könnte tatsächlich etwas entstehen.