WNBA einigt sich auf Einnahmeteilung und verschiebt Free Agency
← NewsNBA

WNBA einigt sich auf Einnahmeteilung und verschiebt Free Agency

Die WNBA und ihre Spielergewerkschaft haben sich auf ein historisches Abkommen geeinigt, das erstmals ein Umsatzbeteiligungssystem für die Spielerinnen vorsieht. Die Details des Vertrags zeigen ein komplexes Modell, das die Salary Cap an die tatsächlichen Ligaeinnahmen koppelt.

Die Salary Cap für 2026 wurde auf 7 Millionen Dollar festgesetzt. Ab 2027 berechnet sich die Cap aus 20 Prozent der sogenannten Shared Basketball Revenue, also der kombinierten Einnahmen von Liga und Teams aus dem Vorjahr. Die genaue Aufteilung variiert: 2027 fließen 30,25 Prozent der Ligarevenue und 12 Prozent der Teamrevenue in die Berechnung ein. Für die Folgejahre bis 2032 steigt der Teamrevenue-Anteil schrittweise auf bis zu 13 Prozent an, während der Ligarevenue-Anteil bei 30,5 Prozent stabilisiert wird.

Zum Schutz der Teams kann die Cap von Jahr zu Jahr maximal um 10 Prozent steigen oder fallen, 2027 liegt diese Spanne sogar bei 13 Prozent. Überschüssige Einnahmen werden proportional an alle Spielerinnen ausgeschüttet. Das Modell berücksichtigt auch eine Anpassung für Ausgleichszahlungen aus dem Vorjahr.

Ein weiterer großer Change betrifft die Offseason-Termine. Free Agency beginnt künftig zwei Wochen später als bisher: Negotiations starten ab 4. Februar, Qualifying Offers können vom 30. Januar bis 3. Februar ausgegeben werden, und Verträge dürfen erst ab 16. Februar 2027 unterzeichnet werden. In den Folgejahren verschieben sich diese Termine um zwei Tage nach vorne, mit Free Agency Start am 14. Februar. Unter dem alten CBA konnten Signings bereits am 1. Februar stattfinden, Negotiations begannen am 15. Januar.

Neu ist auch eine Veteranen-Recognition-Zahlung: Ehemalige MVP-Spielerinnen, die vor der 2026er-Saison zurückgetreten sind, erhalten einmalig 100.000 Dollar. Alle anderen Spielerinnen brauchen mindestens 12 Jahre Service-Zeit, um diese maximale Zahlung zu bekommen.

Developer Contracts für junge Spielerinnen werden nun standardisiert: Das Jahresgehalt beträgt 750 Dollar multipliziert mit der Anzahl der Wochen in der Regular Season, plus Bonus für absolvierte Spiele. Spielerinnen mit weniger als vier Jahren Service können solche Verträge erhalten, oder wenn sie weniger als 160 Minuten in der Vorsaison spielten. Sie dürfen maximal in 12 Spielen oder 25 Prozent der Regular Season erscheinen, je nachdem was mehr ist.

Für Rookies gelten ab 2027 neue Gehaltssätze: First-Round-Picks bekommen ihre Salary basierend auf der prozentualen Cap-Veränderung zum Vorjahr angepasst. Second- und Third-Round-Picks erhalten automatisch eine 4-Prozent-Erhöhung gegenüber 2026. 2026 rangieren First-Round-Gehälter zwischen 500.000 und 289.133 Dollar, alle anderen Picks verdienen 270.000 Dollar. Die Minimum Salaries steigen von 270.000 bis 300.000 Dollar 2026 auf etwa 380.000 Dollar bis 2032. Liga und Gewerkschaft können diese Mindestgehälter bei signifikanten Cap-Steigerungen neu verhandeln. Das Abkommen tritt am 19. März in Kraft.

Ballports-Take: Während das WNBA-Abkommen den nordamerikanischen Basketball betrifft, zeigt es eine interessante Entwicklung für Profisportligen generell: Revenue Sharing als Wachstumsinstrument. Für deutsche Basketball-Fans ist relevant, dass solche Modelle auch in Europa diskutiert werden könnten, um die Top-Ligen attraktiver zu machen. Die verschobene Free Agency hat hauptsächlich administrativen Charakter, könnte aber die Offseason-Planung beeinflussen, falls deutsche Spielerinnen in der WNBA tätig sind. Die klare Struktur zeigt, wie Profisportligen und Spielergewerkschaften zu gegenseitig vorteilhaften Lösungen kommen können.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
← Alle News