Joe Mazzulla hat die Auszeichnung zum NBA Coach of the Year für die Saison 2025-26 erhalten. Der Boston Celtics Trainer führte sein Team zu 56 Siegen und Platz 2 in der Eastern Conference, obwohl Jayson Tatum den Großteil der Saison mit einer gerissenen Achillessehne ausfiel. Im Playoff-Viertelfinale verloren die Celtics letztendlich gegen Philadelphia in sieben Spielen.
Mazzulla sprach vor Game 5 der Western Conference Finals im NBC Pregame-Show über seinen Ansatz. Der Fokus liege darauf, sich am Prozess auf dem Weg zur Meisterschaft festzuhalten und sich nicht von externen Faktoren ablenken zu lassen. In den ersten Treffen mit der gesamten Organisation habe man sich darauf geeinigt, diesem Weg treu zu bleiben. Trotz des frühen Playoff-Ausscheidens bescheinigte er seinen Spielern, dass sie tagtäglich mit dieser Mentalität zum Training kamen und daran arbeiteten, besser zu werden.
Der 37-Jährige ist der jüngste Coach of the Year Gewinner seit Phil Johnson 1975. In vier Saisons bei den Celtics weist Mazzulla eine Bilanz von 238 Siegen und 90 Niederlagen auf, die beste Quote der gesamten Liga in diesem Zeitraum. 2024 führte er Boston zur NBA-Meisterschaft. Er ist der vierte Trainer in der Geschichte der Celtics, dem diese Auszeichnung zuteil wird, nach Bill Fitch (1979-80), Tommy Heinsohn (1972-73) und Red Auerbach (1964-65).
Mazzulla erhielt 62 der 100 Stimmen für den ersten Platz und stand auf 96 der 100 Stimmzettel, jeweils die meisten unter allen Trainern dieses Jahres. In seiner Dankesrede hob er besonders sein Trainerstab hervor. Er betonte, dass die langen Nächte, die Reisen, die Spielpläne und die Video-Arbeit, die hinter jedem Sieg stecken, nur möglich sind durch die Hingabe und Opfer seines Stabs, der Zeit mit ihren Familien aufgibt, um täglich um Siege zu kämpfen.
J.B. Bickerstaff von den Detroit Pistons landete zum zweiten Jahr in Folge auf Platz zwei, nachdem er die Pistons zur Nummer 1 der Eastern Conference geführt hatte. Mitch Johnson von den San Antonio Spurs folgt auf Platz drei. Mit Mazzullas Auszeichnung ist die NBA Awards-Saison 2025-26 abgeschlossen. Shai Gilgeous-Alexander (Oklahoma City Thunder) gewann MVP und Clutch Player of the Year, Nickiel Alexander-Walker (Atlanta Hawks) wurde Most Improved Player, Victor Wembanyama (San Antonio Spurs) Defensive Player of the Year, Keldon Johnson (Spurs) Sixth Man of the Year und Cooper Flagg (Dallas Mavericks) Rookie of the Year.
Ballports-Take: Mazzulla beweist, dass Coaching-Excellence nicht von Starpower abhängt. Dass die Celtics ohne ihren besten Spieler noch immer 56 Spiele gewinnen konnten, spricht für eine stabile Systemarbeit und eine klare Identität. Deutsche Fans, die Boston folgen, sehen hier einen Coach, der auch unter widrigen Umständen nicht die Linie verlässt. Das ist wertvoll für die Langzeitplanung eines Teams, zumal solche Stabilitäten in der NBA selten sind.