Adam Njie Jr. wird für die nächsten zwei Jahre nicht spielberechtigt sein. Der Grund: Der ehemalige Freshman der Iona Gaels hat sich laut NCAA-Untersuchung in ein Point-Shaving-Schema verstrickt, bei dem er Informationen an Wetter weitergab und sogar mit physischen Drohungen konfrontiert wurde.
Die Geschichte beginnt im Dezember 2024. Njie teilte bekannten Wettern Informationen vor zwei Iona-Spielen mit. Konkret bestätigte er der NCAA, dass er einem Bettor sagte, er würde die erste Halbzeit des Spiels gegen Rice am 1. Dezember absichtlich verlieren. Nach eigenen Aussagen führte er diesen Plan aber nicht aus. Der Bettor hatte drei Wetten im Gesamtwert von 15.500 Dollar auf Rice platziert, um die Spread zu decken. Das Spiel endete zur Halbzeit unentschieden und Iona deckte die Spread ab, wodurch die Wetten verloren gingen. Das Ergebnis war für den Bettor verheerend.
Danach eskalierte die Situation. Die NCAA fand Belege dafür, dass der Bettor Njie nach dem Rice-Spiel mit körperlicher Gewalt drohte. Die nächste Gelegenheit zur "Reparatur" sollte das Spiel gegen Sacred Heart sein. Wieder behauptete Njie, dass er das geplante Manipulieren nicht durchgeführt habe. Dieses Mal führte Iona zur Halbzeit mit 19 Punkten Rückstand und deckte die Spread nicht ab.
Njie kooperierte mit der Ermittlung und bestritt konsistent, seine Leistungen manipuliert zu haben. Die NCAA fand allerdings ausreichend Belege dafür, dass er bewusst mit den Wettern kommunizierte und sich auf das Schema einließ, auch wenn er möglicherweise nicht alle geplanten Aktionen umsetzt. Sein Transferweg zeigt die Auswirkungen: Von Iona wechselte er 2025 zu Dayton, wurde dort aber während der laufenden NCAA- und Bundesermittlungen nicht eingesetzt. Im Mai transferierte Njie dann zu Hampton.
Die Bettor in Njies Fall gehörten laut NCAA zu sechs Männern, die das Justizministerium als "Fixer" bezeichnete. Diese Gruppe wurde im Rahmen einer großangelegten Anklage am 15. Januar benannt. Das Point-Shaving-Netzwerk umfasste letztlich Dutzende von College-Basketball-Spielern.
Die Sperrung zeigt, wie tief organisierte Wettbetrügerei in den College-Basketball eingedrungen ist. Njie ist zwar nicht angeklagt worden wie andere Athleten aus dem Skandal, erhält aber dennoch eine Strafe. Für deutsche Fans ist das Fall bemerkenswert, weil er die neuen Risiken im amerikanischen College-Basketball illustriert: Nicht nur die Stars geraten in solche Machenschaften, sondern auch Freshmen, die eigentlich ihre Karriere aufbauen sollten. Die Kontrollen und Ermittlungen werden immer aggressiver, was langfristig auch die Integrität von Turnieren wie der March Madness schützen soll, die weltweit Millionen von Zuschauern anzieht.