Seit ihrem ersten Auftritt 1998 haben japanische Fußballfans eine Tradition etabliert: Sie räumen ihre Plätze nach den Spielen auf. Das ist kein Marketing-Gag und keine Pflicht vom Verband. Es ist schlicht Teil ihrer Kultur. Am Sonntag bekamen sie dabei unerwartete Hilfe von Jameis Winston, dem Quarterback der New York Giants.
Winston arbeitete für Fox Sports als Korrespondent bei der Fußball-Weltmeisterschaft und war in Dallas vor Ort für das Spiel zwischen Japan und den Niederlanden. Ein Spiel, das beide Teams zur Eröffnung ihrer Turnierkampagne absolvierten und mit einem 2-2-Unentschieden endete. Nach diesem spannenden Match machte sich Winston in die Ränge auf, um die japanischen Fans beim Aufräumen zu unterstützen. Er trug ein maßgefertigtes Japan-Trikot mit der Nummer 4 und seinem Namen auf dem Rücken, dazu einen blauen Müllbeutel. Mit dabei eine ganz pragmatische Erklärung für diese Gewohnheit.
Scott North, Soziologieprofessor der Osaka University, erklärte der BBC 2018, worum es geht: In Japan gehört das Putzen der Schulklassenzimmer und Flure zum Unterrichtsalltag. Aus dieser frühen Routine wird eine Lebensgewohnheit. Die japanischen Fans demonstrieren beim Aufräumen nach der Weltmeisterschaft also nicht nur umweltbewusstsein. Sie zeigen damit Stolz auf ihren Lebensstil und teilen ihn mit der Welt. Dasselbe machen japanische Fans übrigens auch bei anderen großen Sportveranstaltungen wie den Olympischen Spielen. Diesmal war das Besondere eben: Ein NFL-Veteran im zwölften Jahr seiner Karriere packte persönlich mit an.
Für Fans von Jameis Winston ist das ein Moment, der außerhalb des Spielfelds zeigt, wofür der Giants-QB steht. Wintons Karriere war geprägt von großen Würfen und großen Fehlern, aber solche Gesten erinnern daran, dass es im Sport immer auch um mehr geht als nur um Punkte und Statistiken. Eine schöne Erinnerung daran, dass die globale NFL-Community manchmal auch einfach zusammenkommt, wenn es um respektvolles Verhalten geht.