Mike Conley hat sich auf einen Einjahresvertrag mit den Boston Celtics geeinigt. Der 38-jährige Guard wird damit nur der 14. Spieler der NBA-Geschichte, dem es gelingt, 20 Saisons zu spielen. Conley beendete gerade seine 19. Saison und gehört damit zu einer extrem seltenen Gruppe von Profis, die so lange auf höchstem Niveau aktiv sind.
Von der 2007 Draft-Klasse sind jetzt nur noch vier Spieler im Geschäft: Conley selbst, Kevin Durant, Al Horford und Jeff Green. Das unterstreicht, wie außergewöhnlich es ist, fast zwei Jahrzehnte in der NBA zu bestehen. Conley und seine Agenten prüften mehrere Angebote, bevor sie sich am Mittwochmorgen für die Celtics entschieden.
Die Rolle, die Conley noch erfüllt, hat sich deutlich verschoben. In der vergangenen Saison bei den Timberwolves erzielte er durchschnittlich 4,5 Punkte in 18,4 Minuten über 54 Spiele, beides Karrieretiefstwerte. Doch sein Wert lag nicht in der Offensive. Conley war ein stabilisierender Einfluss im Locker Room und ein bewährter Backup für kritische Playoff-Momente.
Sein Weg durch die letzte Saison war chaotisch. Minnesota veräußerte ihn zur Trade-Deadline an Chicago, um Gehaltsraum zu schaffen. Die Bulls packten ihn dann zusammen mit Coby White in einen Deal zu Charlotte. Die Hornets ließen ihn gehen, woraufhin Conley zu den Timberwolves zurückkehrte. In den Playoffs bewies er genau, warum Teams ihn behalten: Er kam nicht in die Rotation, doch als Donte DiVincenzo und Anthony Edwards verletzt ausfielen, wurde Conley plötzlich zum Schlüsselspieler. Er startete fünf Spiele und lieferte in Game 1 auswärts in San Antonio einen entscheidenden 12-Punkte-, 6-Assists-Performance ab.
Für deutsche Fans, die die NBA verfolgen, ist Conleys Weg eine Erinnerung daran, dass Langlebigkeit im Basketball ein eigenes Kunstwerk ist. Er wird möglicherweise nie wieder ein All-Star, aber in einem Team wie Boston, das auf Erfahrung und Stabilität setzt, kann er genau die Rolle erfüllen, die langfristige Siege entscheidend macht. Welche Minuten Conley bei den Celtics bekommen wird, bleibt offen, aber sein bloßes Vorhandensein in der Kabine hat Wert.