Karl-Anthony Towns inspiriert eine Bestattung zum Knicks-Event
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Karl-Anthony Towns inspiriert eine Bestattung zum Knicks-Event

Die New York Knicks spielen um die NBA-Meisterschaft, und die ganze Stadt fiebert mit. Überall entstehen Watch Parties, von Coney Island bis zum Central Park. Aber eine davon findet an einem Ort statt, den man so nicht erwartet hätte: in einem Bestattungsinstitut.

Erica Hill gründete vor viereinhalb Jahren Sparrow, ein Bestattungshaus in Greenpoint, Brooklyn. Für Game 4 der Finals organisiert sie jetzt eine Watch Party. Die Idee kam ihr durch Karl-Anthony Towns, den Star-Forward der Knicks. Towns hat öffentlich darüber gesprochen, dass er während der Serie die Präsenz seiner verstorbenen Mutter, Jacqueline Cruz-Towns, spürt. "Ich sah sie irgendwie auf der Tribüne und es war einfach schön. Sehr beruhigend", sagte Towns. "Es war eine Präsenz, die sehr tröstlich und liebevoll war." Seine Mutter starb im April 2020 an den Folgen von COVID-19. Im selben Jahr verlor Towns insgesamt sieben Familienmitglieder.

Hill arbeitete in ihrer Bestattung mit vielen trauernden Familien, die nach Zeichen ihrer Verstorbenen suchen. Towns' Worte verbreiteten sich in der Trauer-Community auf Instagram. "Weil wir hier jeden Tag mit Menschen umgehen, die trauern", erzählte Hill ESPN. "Er war der Auslöser. Wir hätten nie eine Watch Party organisiert, wenn er nicht so offen über seine Mutter gesprochen hätte."

Beim 18-Punkte-, 12-Rebound-Auftritt der Knicks im Game 1 gegen die San Antonio Spurs sprach Towns von einer Ruhe und einem Frieden, der "von der Frau da oben" kommen musste. In Game 2 betete er zu seiner Mutter, als die Knicks einen defensiven Stopp brauchten. Als Mitchell Robinson Victor Wembanyama stopte und die Knicks gewannen, interpretierte Towns das als Zeichen ihrer Präsenz. Gegenüber ESPN sagte er, dass er ihre Nähe "sehr häufig" spürt. "Es ist irgendwie unerklärlich. Ich suche immer nach Zeichen. Ich bete, schlafe ein und träume von ihr oder etwas berührt mich, das mit ihr zu tun hat."

Hill verlor ebenfalls beide Eltern. Ihr Vater starb 2001, und sie spricht "immer noch" mit ihm. Towns' Offenheit im Umgang mit seiner Trauer beeindruckte sie besonders. "Hier ist ein Mann, der einer der besten Athleten des Landes ist, und er ist sehr verletzlich, sehr offen darüber, dass er seine Mutter bei sich haben möchte", sagte Hill. "Für mich bedeutet das, dass er über seinen Trauer-Prozess spricht. Das ist nicht wirklich normal, besonders für Männer."

Zwei Tage nach Game 2 textet Hill ihre Kollegen und fragt, was sie von einer Watch Party halten. Montag postet sie die Ankündigung auf Instagram. Die Reaktion ist sofort überwältigend. Hill rechnete mit maximal 15 Personen, die sie ohnehin kennte. Am Dienstagvormittag hatten 60 Menschen Interesse bekundet. Sie musste das Limit auf etwa 120 Gäste setzen. Nachbarn melden sich an, auch Familien, die Hills Bestattung betreut hat. Für Hill ist das etwas ganz Besonderes. Sie erwartet, dass während der Watch Party auch Gespräche über verstorbene Knicks-Fans entstehen, wie etwa ihr eigener Vater.

Was in einem Bestattungsinstitut so ungewöhnlich klingt, macht für DACH-Fans einen wichtigen Punkt sichtbar: Towns' Bereitschaft, über Trauer zu sprechen, hat in Amerika kulturelle Grenzen durchbrochen. Ein Elite-Athlet spricht öffentlich von Verlust und spiritueller Verbundenheit, nicht von Comebacks oder Rivalitäten. Das schafft einen Raum, in dem Orte wie Hills Bestattung zu Community-Zentren werden. Für deutsche und österreichische NBA-Fans zeigt sich hier, wie Sport weit über die Stats hinaus wirken kann, wenn ein Spieler authentisch bleibt.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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